Zwischen Fügung und Aufbegehren: Der Berliner Regisseur Tamer Yiğit hat einen Musiktheater-Abend zum politisierten Individuum in der Türkei entwickelt – von SPEX präsentiert.

Seit der Gründung ihrer Republik hat die türkische Bevölkerung sieben Putschversuche durch das Militär erlebt, von denen vier zum Umsturz der Regierung geführt haben. Diese Interventionen demonstrierten der Bevölkerung immer wieder aufs Neue die Zerbrechlichkeit ihres Staates und traumatisierten die politische Kultur im Land. 

„Serenade“ – politisches Musiktheater von Tamer Yiğit am Hau 1 (Foto: Murat Asma).

Aber wie kann man ein so komplexes Thema richtig greifen? Wie dieser Gemengelage aus verschiedenen Emotionen und Positionen einen künstlerischen Ausdruck geben? Der Berliner Regisseur Tamer Yiğit hat sich zur Bearbeitung dieses Stoffes für einen Musiktheater-Abend entschieden. Regie und Texte stammen von ihm, die audiovisuelle Bildwelt von Punk- und Folkmusiker_innen aus Berlin, Istanbul und Izmir.

Mit Serenade beleuchtet Tamer Yiğit das politisierte Individuum im Ausnahmezustand zwischen Fügung und Aufbegehren. Und erzählt mit eindrücklichen Songs und Bildern von drohenden Dystopien, aber auch von einem permanenten Aufbruch, der aus einem Land wie der Türkei gerade nicht mehr wegzudenken ist. 

Weitere Infos zum rund 60-minütigen Musiktheater-Stück und Tickets gibt es hier.

SPEX präsentiert Serenade von Tamer Yiğit
01. – 03.11 Berlin – Hau 1