Die US-Serie "Six Feet Under" wird 2005 beerdigt (Wir berichteten), momentan ist das Team um Autor Alan Ball mit den Aufnahmen zur fünften und finalen Staffel beschäftigt. Anfang November sagte Produzent Alan Poul gegenüber der Seattle Times noch, »Six Feet’s will be 63 episodes that will …
Die US-Serie "Six Feet Under" wird 2005 beerdigt (Wir berichteten), momentan ist das Team um Autor Alan Ball mit den Aufnahmen zur fünften und finalen Staffel beschäftigt. Anfang November sagte Produzent Alan Poul gegenüber der Seattle Times noch, »Six Feet’s will be 63 episodes that will stand on people’s bookshelves for a long time to come.«

Womit er vermutlich Recht behalten dürfte. Solange er sich tatsächlich auf die Buchvorlagen zur Serie bzw. die teureren Box-Sets auf DVD bezieht. In den USA mehren sich momentan Meldungen, Time Warner Cable – der Fernsehableger der Time Warner Corporation, der u.a. am amerikanischen "Six Feet Under"-Sender HBO beteiligt ist, wolle einen Riegel vor Digitalaufzeichnungen seiner populären Programme schieben. Ein Großteil der US-Fernseh-Programme wird über kostenpflichtige, digitale Kabelnetzwerke – Stichwort: Pay-TV – ausgestrahlt, die Aufnahmen in hervorragender Qualität auf Digital Video Recordern (DVR) ermöglichen.

Was wiederum Umsatzausfälle im DVD-Absatz bedeutet, würde der Zuschauer seine eigenen Digitalaufzeichnungen den Produkten auf herkömmlichen DVDs vorziehen. Dies soll nun durch ein Digital Rights Management (DRM) verhindert werden und "Six Feet Under" wird dabei vermutlich der Testballon sein, wie verschiedene amerikanischen Weblogs berichten. Ab 2005 soll dann ein DRM-Signal mit dem Programm ausgestrahlt werden, das nur noch eine Wiedergabe einer Sendung innerhalb von zwei bis vier Wochen nach der Aufzeichnung erlaubt. Danach sollen die Aufnahmen nicht mehr verwendet werden können. Der Begriff, der in der Unternehmenskommunikation momentan genutzt wird, ist dabei allerdings weniger "DRM" (das vielen Internet-Nutzern nach der Urheberrechtsdebatte mittlerweile tief ins Gedächtnis gebrannt ist), sondern "Transitional Fair Use", der auf den ersten Blick erheblich positiver besetzt ist. Time Warner spielt damit auf die amerikanische "Fair Use"-Doktrin an, die »bestimmte nicht autorisierte Nutzungen von geschütztem Material zugesteht« (Wikipedia), dem Nutzer allerdings nur eine vorrübergehende Nutzung einräumt.

Ein neuer Schritt im Urheberrechtskampf wird damit gemacht, vor allem im wachsenden amerikanischen "Video on Demand"-Markt. Wovon man in Deutschland dank des noch kaum verbreiteten Digital-Fernsehens wohl noch eine ganze Weile verschont bleiben sollte.