Roskilde Festival spendet für Golden Pudel Club und andere Institutionen

Foto: Der ausgebrannte Golden Pudel Club / Kristoffer Cornils

Das Roskilde Festival verteilt erwirtschaftete Gewinne jährlich an unterstützenswerte Projekte, Institutionen und Organisationen. In diesem Jahr sind die Musikstädte Berlin und Hamburg an der Reihe.

Schon seit vergangenem Samstag ist das Roskilde Festival in der ehemaligen dänischen Königsstadt in vollem Gange. Etablierte Künstler und unbekannte Newcomer geben sich in dem 35 Kilometer von Kopenhagen entfernten 50.000-Einwohner-Nest die Mikrofonkabel in die Hand. Dabei ist Roskilde nicht nur ein mit Publikumsmagneten wie LCD Soundsystem, Neil Young oder New Order gespicktes Musikfestival der wirklich guten Sorte. Es vereint auch den Anspruch zu breiter kultureller Unterhaltung und wohl durchdachter Nachhaltigkeit mit der wohl geringsten Idiotendichte aller Festivals seiner Größenordnung.

Was weniger bekannt ist: das Roskilde Festival ist schon seit seinem Start 1972 eine strikte Non-Profit-Veranstaltung, bei der sämtliche Gewinne wohltätigen Zwecken zugute kommen. So kamen in 44 Festival-Jahren rund 37 Millionen Euro zusammen, die an humanitäre, kulturelle und andere gemeinnützige Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch, Ärzte ohne Grenzen oder den World Wildlife Fund (WWF) ausgeschüttet wurden. Im letzten Jahr etwa bekam der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. den Zuschlag.

Crowd_Pil Christoffersen-1200pxFoto: Pil Christoffersen

In diesem Jahr kommen die Kronen, Euros und Dollars der über 100.000 Besucher drei deutschen Institutionen der Musikliebe zu Hilfe. Sowohl der im Februar ausgebrannte Golden Pudel Club in Hamburg als auch der ebenfalls hanseatische Plattenladen Groove City und das Berliner By The Lake Festival werden berücksichtigt. »Wir wollen in diesem Fall vorrangig die musikalische Vielfalt fördern«, begründete die festivaleigene Foundation ihre Entscheidung. In diesem Zuge erhält der Golden Pudel Club rund 75.000 dänische Kronen (umgerechnet rund 10.000 Euro) und Groove City im Schanzenviertel 35.000 Kronen (4700 Euro). Die Höhe der Spende an das Berliner Festival wurde nicht näher genannt.

Eines eint jedoch alle Locations, wie Pressesprecherin Christina Bilde betonte – das Geld gehe auch ein bisschen an die Musikstädte Hamburg und Berlin: »Wir sehen das Roskilde Festival als eine Stadt, die eine Woche lang existiert. Wenn wir diese Stadt aufbauen, lassen wir uns durch wichtige Musikstädte wie Hamburg und Berlin inspirieren. Dort wird wichtige Arbeit für Musik, lokale Kultur und junge Leute geleistet. Und das wollen wir unterstützen.«

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