Roman Flügel Happiness Is Happening

Von Anfang bis Ende spannend, dank Verweigerung: House-Produzent Roman Flügel ist auch mit Happiness Is Happening wieder ein bildgewaltiges Album gelungen.

Ein Singer-Songwriter-Album ohne Stimme, ein Konzeptalbum ohne Konzept – so beschreibt das Hamburger Label Dial das neue Werk von Roman Flügel und trifft dabei genau den Kern. Happiness Is Happening ist erst das zweite Album, das der Frankfurter Produzent unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht. Tolle Musik macht er schon seit den frühen Neunzigerjahren, zum einen gemeinsam mit Jörn Elling Wuttke als Acid Jesus, Alter Ego, Holy Garage oder Sensorama, zum anderen solo unter den Pseudonymen Ro70, Eight Miles High oder Soylent Green. 1995 wurde unter dem Schlagwort Autoren-Techno das erste Sensorama-Album gefeiert. 2011 erschien Fatty Folders, die erste Platte, auf der als Künstlername schlicht Roman Flügel stand, eine Techno-LP, die ganz ruhig die Geschichten der Nacht erzählte (und dafür in SPEX N°334 zum Album der Ausgabe gekürt wurde).

Happiness Is Happening knüpft an diese Geschichten an. Durch diese Singer-Songwriter-Platte, auf der niemand singt, zieht sich auf einem Track schon mal der Widerhall eines Rave-Signals. Der Opener »Connecting The Ghost« klingt zunächst wie ein Endlos-Loop aus einem Shoegaze-Jingle-Jangle-Gitarrenpop-Song, um schließlich in heftigem Feedback auszuklingen. Der »Friendship Song« erinnert an die knapp gehaltene Melancholie der frühen Depeche Mode oder Yazoo. Beats sind immer da, zwischen toughem Techno, Electro, Italo-Disco, Achtziger-HipHop oder House blitzt manches auf. Doch die Tracks verweigern den Drop. Nicht zuletzt dieser Umstand macht Happiness Is Happening von Anfang bis Ende so spannend.

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