»Die Vergessenen«: Rocko Schamoni sucht & sammelt

Rocko Schamoni

Da zog einer aus, um die »die schönsten (vergessenen) deutschsprachigen Popsongs der letzten 30, 40, 50 Jahre« wieder auszugraben und neu aufzunehmen, und ein jede(r) kann ihn dabei helfen. Zumindest finanziell. Rocko Schamoni hat das Projekt »Die Vergessenen« samt einer Crowdfunding-Aktion gestartet. Ziel ist es eben jene Kleinode mit einem Orchester in Groß einzuspielen, als Tonträger zu veröffentlichen und bei einer Gala aufzuführen. Schließlich geht es heutzutage im Radio »nur noch um flache, absolut glatt polierte Oberflächen, auf denen sich nichts Unperfektes mehr halten kann«, so Schamoni, der diese Meinung wahrlich nicht exklusiv hat. Und weiter: »Ich habe vor etwa 7 Jahren aufgehört Platten aufzunehmen und zu veröffentlichen. Der einbrechende Plattenmarkt, illegales Downloading und die fehlenden finanziellen Mittel bei kleineren Labels machten es mir unmöglich, meine Aufnahmen so vorzunehmen, wie ich sie mir gewünscht hätte: reich und ausufernd, unerwartet und gebrochen, mit vielen Instrumenten und Musikern, unter experimentellen Bedingungen erarbeitet.« Bei 1.500 € Spende erhält man einen Anzug, den der Künstler »mal eine Tournee lang auf der Bühne getragen habe.« Er sei »hellblau, sehr hässlich, hat die Konfektionsgröße 102« und trägt einen persönlichen Brief in einer Tasche. Für 5.000 und mehr taucht der Spendername in Schamonis nächstem Roman als Figur auf. Das ist doch was.

Der SPEX-Artikel »Crowdfunding zwischen Hype und Revolution« findet sich hier.

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