Rob

Monsieur Robin Coudert aka Rob braut auch auf seinem zweiten Album ein wie gewohnt deftiges eklektizistisches Süppchen. »Satyred Love« bewegt sich dabei im musikalischen Spannungsfeld zwischen träumerischem, manchmal auch ein wenig kitschigem Instrumental Gitarren-Rock bis hin zu einer aus Art-Rock destillierten Form von Minimal R&B. Die für Rob so typische unzeitgemäße Musik wirkt dieses Mal in Ansätzen ein wenig moderner und erinnert in seinen poppigeren Verzweigungen auch durchaus mal an Air oder Phoenix. Die Textzeile »One Step Forwards, two steps backwards« (aus »Never Enough«) lässt sich dabei trotzdem sehr gut im Bezug auf sein musikalisches Schaffen betrachten, denn dieses Album wäre ein geradezu idealer Soundtrack für einen dieser dreißig Jahre alten, vorzugsweise von Roland Topor gezeichneten LSD-Zeichentrickfilme (à la »la planete sauvage«). Wie bereits das Erstlingswerk wird auch »Satyred Love« dominiert von schwärmerischen Hingezogenheiten. Als selbstgewählter Sklave seines Fühlens, der sein Schaffen als höhere Eingebung betrachtet, scheint Rob bereits mit seinem zweiten Album an die Grenzen der gelebten Romantik zu stoßen. Denn dieses ist nicht mehr erfüllt von juveniler, stürmischer Leidenschaft, sondern klingt mit all seiner Ruhe, Dunkelheit und dem oft sehr zurückgenommenen, zeitweilig wehklagendem Gesang, eher nach Agonie und vielleicht sogar ein bisschen nach (Selbst-)Aufgabe. Unterstützt wird dieser Eindruck durch den titelgebenden Satyr, einem mythologischen Wesen, welches halb Tier, halb Mensch, an der inneren Zerrissenheit scheitert. Vielleicht hat Rob mittlerweile entdeckt, dass Musik zwar nachhaltig durch Romantik inspiriert werden kann, seine wahre Liebe allerdings immer nur allein der Musik gelten wird.

LABEL: Labels

VERTRIEB: Virgin

VÖ: 07.10.2002

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.