Review: We Are Scientists With Love And Squalor

England. Gitarrenflirren an allen Ecken. Kameraschwenk. Amerika. New York. Drei Männer Mitte zwanzig schlendern eine leere Seitenstraße entlang. Diskussionen über die Nachteile von Beagles bzw. die Vorteile von Geparden. Darauf Bassist Chris Cain: »Hey, you guys wanna hang out?«
Was folgt, ist einer der absurdesten Momente innerhalb der Musikvideogeschichte. Im Video zur Single »It's A Hit« steht eine äußerst vielversprechende Band mit noch vielversprechenderem Debüt-Album rund drei Minuten regungslos an einen Springbrunnen gelehnt. In Pose. Der Höhepunkt der Absurdität: Cain lässt die Hosen runter. Schnitt. Medienwechsel.
    Wer in den vergangenen Monaten immer wieder mal Online-Dienste wie Technorati oder The Hype Machine im Auge behalten hat, dem dürfte klar geworden sein, wie schnell derzeit junge Bands über den lokalen Tellerrand hinaus in der Blogosphäre weitergereicht bzw. empfohlen werden. Aber zurück zum Thema. »With Love And Squalor« wird es nicht gerade leicht haben: England hat im Rennen um die musikalische Hegemonie wieder Land gewonnen, auf Platz zwei liegt derzeit Kanada. Keith Murray, Chris Cain und Michael Tapper als We Are Scientists aber müssen einfach aufholen, denn wer The Maximos und The Franzes um Hitdichte beneidet hat, der wird hier genauso bedient. Die Gitarre zuckt, als könnte es kein Morgen geben, Murray lehnt sich stimmlich mal ein wenig an Ian Curtis, mal mehr an Steve Bays an. Und Bass und Schlagzeug drängeln sich ganz nach vorne, um die Hüftmotorik mit viel Rhythmus tanzchic zu machen. Das hier ist kein Experiment mit perfektem Versuchsaufbau, das ist eher gut gestapeltes Wissen und Spielfreude. Und schnell verfliegende 37 Minuten. Bitte das hier tanzen!

LABEL: Virgin

VERTRIEB: EMI

VÖ: 03.03.2006

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