Review: Viva L'American Death Ray Music A New Commotion A Delicate Tension …

»The new age is so complicated, the new age is so inflated« singt Nicholas Ray ? und noch bevor man zustimmend mit dem Kopf nicken oder mit den Füßen tippen kann, drängt sich die Frage auf, welche Zeit diese Platte eigentlich meint, wenn sie von »New Commotion« und »Different Tension« spricht, während sie voller Hingabe den experimentellen Klangwelten der späten 60er frönt. Schwer zu sagen, wo diese Platte hin will. Überhaupt gibt es sehr viele Unklarheiten um diese Band aus Memphis, deren einzige feste Konstante Sänger, Gitarrist und Keyboarder Nicholas Ray ist. Da wären erst mal die zahlreichen Änderungen des Bandnamens ? von »The American Death Ray« über »American Death Ray Music« zu »Viva L’American Death Ray« ? und dann eben dieses Album, das im letzten Jahr bei Misprint unter dem Titel »A New Commotion. A Delicate Tension (and The Exquisite Corpse of Mr. Jimmy)« erschienen ist. Nicholas Ray kann man wohl durchaus eine gewisse Detailversessenheit attestieren. Und vielleicht ist es auch das, was diese Platte umtreibt, die Perfektion der einzelnen Soundideen, ohne dass dabei zwingend ein geschlossener Song entstehen muss. Möglichkeiten für die nächste Version offen halten. Das Paradebeispiel: »What The Girls Say«: Der Beat und die rhythmischen Gitarren treiben klar nach vorne, aber sobald man sich da rangehängt hat, wird das Ganze durch Vokalfetzen hart gebrochen ? und man steht und staunt. Und bekommt eine Vorstellung davon, wie genau an dieser Stelle live die Hölle losbricht. Keine einfache Platte im Vergleich mit den gängigen Retro-Geschichten, aber spannend, und nach einer Woche intensiven Hörens längst nicht komplett erschlossen.

LABEL: Trans Solar Records / PIAS

VERTRIEB: RTD

VÖ: 15.11.2004

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