Review: The Week That Was The Week That Was

Wie ein Gütesiegel prangt »A Field Music Production« auf dem selbstbetitelten Debüt von The Week That Was. Das Trio hat seine Tätigkeit als Field Music gleichzeitig aufs Eis gelegt und erweitert, ähnlich wie Broken Social Scene ziehen die Gebrüder Brewis es derzeit vor, ihre Visionen in eigenen Projekten umzusetzen ohne dabei auf die Unterstützung ihrer bisherigen Mitstreiter zu verzichten. Nach dem Gitarren-Laptop-Rock von Davids School Of Language ist nun sein jüngerer Bruder Peter an der Reihe und bringt herrlich idiosynkratischen Pop.

    Wie bei Brewis bisherigen Werken lassen sich bei all den Kanten seiner unruhigen Songs Vergleiche mit XTC kaum vermeiden, anders als bei Field Music steht hier aber nicht die Rockinstrumentierung im Vordergrund, die Gitarre ist gleichgesetzt mit interagierenden Streichern, Bläsern, Piano, den Drums und anderen perkussiven Elementen. Insbesonders letztere Instrumente setzen hier Akzente, wegen ihres wuchtigen Klangs und weil sie sowohl begleiten als auch Spannung zum Melodiengang von Geigen, Gitarre und Gesang aufbauen.

    Brewis Texte sind Fortsetzung (der Titel »Learn To Learn« echot beispielsweise »Working To Work« von Field Musics letztem Album) und Erweiterung seines bisherigen Schaffens, eine Aneinanderreihung von Momentaufnahmen in denen er sein Sujet, die Monotonie des Alltagslebens, einfängt. Neben der Arbeitswelt umfasst dieses auch den Konsum auf kurze Aufmerksamkeitsspannen ausgerichteter Massenmedien (»The Story Waits For No One«). Die Musik spinnt derweil ihren eigenen dramatischen Strang, man kann jedem Song anhören, an welcher Stelle des Albums man sich befindet. Kaum ein britisches Kreativduo war zuletzt so unverdient unbekannt wie die Gebrüder Brewis. Es ist zu hoffen, dass sich dies mit der Neuorganisierung und Alben wie diesem ändert.

Anm. d. Red.: Der Autor betreibt an anderer Stelle das Musikblog »Auf ein Neues«.

LABEL: Memphis Industries / Cooperative Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 19.09.2008

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