Review: The Voices The Sound Of Young America

Shoegaze als Retrophänomen. Eigentlich lustig. Diese lange verloren geglaubte, neupsychedelische Musik ist aus welchem Grund auch immer einfach wieder da. Als ob sie nie verschwunden wäre. Und The Voices aus Cardiff, der Hauptstadt von Wales, haben sie alle gehört, all diese verstrahlten Platten, all die Bands, die in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren diese Drogenmusik entwickelten. My Bloody Valentine, Lush, Seefeel, Slowdive und unglaublich viel Spacemen 3.

    »Second Wave«, das dritte Stück dieses Albums, hätte auf jeder Spacemen-3-Platte einen guten Platz gefunden. »Don´t Let Go« ist Spiritualized in Bestform. Spitzenkopien also. Die fünf anderen Stücke dieses Debüts kommen weniger epigonal daher, zum Beispiel gibt es ein schön ausuferndes, schnelles instrumentales Intro (und ein nicht minder schönes, langsameres Outro), nichtsdestotrotz wirken sie genauso aus Raum und Zeit gefallen. Sounds aus dem All. Das weiße Rauschen. Tonnenweise Hall, alle Pedale auf ›on‹, das Tremolo immer griffbereit. Ein stoisches Schlagzeug, ein unbemerkbarer Bass, wechselnde Stimmen, mal Mann, mal Frau.

    Musik für Soundfetischisten, Musik für Kopfaussteiger, Musik fürs verträumte Vorsichhinsehen. Von Rauschhaft bis berauschend. Die Frage, ob die Platte so gut ist, weil man die Vorbilderplatten so gut findet, oder ob sie auch ohne dieses Hintergrundwissen funktioniert, lässt sich nicht klar beantworten. Um Klarheit geht es bei dieser Musik aber auch nicht. Es geht um die Unendlichkeit der Gefühlswelten. Auch wenn sie schon einmal da gewesen sind. Sie besuchen uns immer wieder.

LABEL: My Kung Fu

VERTRIEB: RTD

VÖ: 16.11.2007

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