Review: The Libertines Up The Bracket

Ich darf mal aus einer englischen Konzertreview zitieren: »Most probably conceived in a Camden drinking establishment, The Libertines come across as a Shed 7 tribute band thats just happened upon a copy of ›Is This It‹. They’ve got the ›Just Got Out Of Bed‹-haircuts, courtesy of Toni And Guy at £40 a pop, and the several sizes too small thrift store clothing, bought at an extortionate price from some achingly hip retrogressive fashion boutique, but what about the damn songs? Well, as far as your correspondent can make out each and every one of their numbers is an unintentional rewrite of Jilted Johns ›Gordon Is A Moron‹. But thank heavens for small mercies as most of their songs clock in under the three-minute mark and before we know it these besuited monkeys have upped and left the stage.«

    Auch wenn man nicht unbedingt von der Frisur auf die Musik schließen sollte: Dem Tenor kann ich zustimmen. Die Libertines, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wonderstuff-Seitenprojekt aus den Achtzigern, wirken wie das Ende der zweiten Generation des Garagerocks. Blöd nur, dass sie aus East London kommen und nicht aus New York (obwohl damit – zwinker, zwinker – geliebäugelt wird: »New York City is very pretty in the night time«, heißt es in »The Boy Looked At Johnny«). Bzw. zum Glück: Mögen sich jedenfalls die Leute bei Rough Trade gedacht haben. Die Libertines als Englands Antwort auf die Strokes etc., das war wohl der Plan.

    Zuweilen ist das auch ganz nett, was die vier Jungs da zusammenschrammeln auf ihrem Debüt. In den besten Momenten klingt das wie guter englischer 60s-Punk (gelungenstes Stück: »The Good Old Days«, sic!), in den schlechten halt irgendwie auch. Das Problem: Die schlechten Momente überwiegen. Und eine zweit-, nein drittklassige Garage-Band braucht keiner. Wirklich nicht. Aber es sind nicht nur die Songs. Es ist auch die Produktion. Die macht nämlich schön einen auf Juze-Kellerstudio mit 16 Spuren und alten Geräten. Ein Haufen billiger Tricks; ein paar werden schon drauf reinfallen. Hauptsache, man hat einen Namen mit »The« plus Plural und klingt fake dirty. Das ist das Ende des Hypes. Es wird Zeit, sich wieder woanders hin zu orientieren.

LABEL: Rough Trade Records

VERTRIEB: Zomba

VÖ: 21.10.2002

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