Review: The Kooks Konk

»Konk« ist eine Sommerplatte. Du legst sie ein und es ist wieder da: Dieses Flirren in der Luft, dieses Gefühl von Luft und Liebe, von lauen Sommerabenden und heißen Sommernächten. »Do you wanna / Do you wanna / Do you wanna make love to me?« feiert Luke Pritchard die süße Leichtigkeit des Seins. Er weiß: »I know you wanna / I know you wanna / I know you wanna make love to me!« Ist doch alles so einfach, findet Pritchard, nicht nur für einen, der in Großbritannien ein Teeniestar ist. Auch du kannst das haben: »You can have it all and wrap it in the world / You can have everything / You can have love and lots of other things«, davon ist er überzeugt. In diesem Sommer ist alles möglich.

    Die Kooks sind immer noch eine moderne Indierock-Variante der Kinks. Pritchard ist nach wie vor ein Meister der Schrubbelgitarre, aber einer, der mit drei Chords einen superlässigen Groove erzeugen kann. In Lead Gitarrist Hugh Harris hat er dabei einen kongenialen Partner, der in feinster Slow Hand-Manier die Songs mit perlenden Melodien veredelt. Wären da nicht auch noch (ein neuer) Basser und Schlagzeuger, wäre das, was The Kooks machen schlichtweg allerfeinste Straßenmusik. Wie schon auf »Inside In / Inside Out« bleibt letztlich jeder Song Ballade und ist er noch so krachig. Beispielhaft dafür »Always Where I Need to Be« die Single, die einen wilden Ritt mit verzerrten Gitarren hinlegt – und doch wieder beim Ohrwurm-Refrain landet. Wobei: In der Hinsicht hat die Band aus Brighton schon etwas nachgelassen, auf die ganz großen Hit-Würfe wie »She Moves In Her Own Way« oder »Oh La« wartet man diesmal vergeblich, dafür fehlt »Konk« das letzte Stück Genialität.

    Wie so vielen Bands, die mit ihrem Low-Budget-Erstling durchstarteten und für den zweiten Streich plötzlich Geld fürs Studio zur Verfügung hatten, hat The Kooks die viel aufwändigere Produktion nicht unbedingt gut getan. Die Songs klingen geglättet, Kanten und Wildheit sind genommen. Der Unterschied von Pop und Rock’n’Roll eben. Noch einen Schritt weiter und sie sind bei Razorlight, bei »Mr. Maker« ist es fast soweit. Vermisst werden auch die Ska- und Blues-Einlagen sowie die Police-Anklänge, man muss dafür sogar bis zum letzten Song »Tick Of Time« warten. Wie fast in jedem Song besingt Pritchard hier die lästige Pflicht, einem amourösen Abenteuer den Weg zur Tür zu weisen. Die Zigarette danach wird zum Song danach, die Gedanken kreisen da schon wieder bei der nächsten Eroberung. Der Sommer ist viel zu kurz, um Zeit zu verlieren.

LABEL: Labels

VERTRIEB: EMI

VÖ: 11.04.2008

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.