Review: The Flesh Firetower

Huch? Hängt die CD? Ach nein, das ist das Gitarrengeschrubbte Intro. Warum, stellt sich die zweite Frage, sollen all die klassischen Mädelbands wie Siouxsie & The Banshees oder Blondie nicht auch ihre Strokes haben? Kann ja auch nicht jeder Junge, der in Punk und New Wave stecken geblieben ist, immer nur MC5 und The Stooges hören. Jungenband/Mädelband – was soll das Gerede? Es sind die Vocals, die den Ton machen und die gehören im Fall von The Flesh eben Frontfrau Gabriella Zappia. Was die wiederum von Julian Casablanca unterscheidet, ist mangelnde Coolness, positiv ausgedrückt: höheres Engagement. Ihre Stimme will immer irgendwo hin und treibt ihre Band vor sich her. The Long Blondes haben zuletzt den gleichen Vorbildern ähnlich nachgeeifert, spielten jedoch mehr mit Popelementen, waren weniger vorhersehbar. The Flesh verschreiben sich auf ihrem zweiten Album eher Patti Smith aus der »Because The Night«-Phase. Die einzige Überraschung ist eine kleine arabische Melodie, die die Beziehungsangstlitanei »Justice« anscheinend in Richtung George W.-Kritik erweitert.
    An eine Mischung aus Munster Family und Falco soll das laut unbeholfenem PR-Text erinnern. Wer dem Deutschpop der letzten Jahre ausgeliefert war, denkt da eher an Mia. Immerhin kann man sich vorstellen, dass The Flesh unter Livebdeingungen Spaß machen. Auf CD kann man auch gerne mal gähnen. Nach nicht mal dreißig hurtig durchgepreschten Minuten ist’s vorbei. Auf zum nächsten Revival.

LABEL: Gern Blandsten

VERTRIEB: Alive

VÖ: 11.05.2007

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