Review: The Flaming Lips U.F.O.s At The Zoo

Unruhige Tiere im Zoo von Oklahoma. Im Amphitheater nebenan fragt Wayne Coyne Richtung Mitte des Sets: »Is everybody waking up? There’s a rumor going around. And I’m not convinced that it’s a good idea, but in about 15 minutes we’re all supposed to go over to the zoo and let all of the animals out of their cages.« Frenetischer Jubel, gähnende Löwen. Sieben Stücke zuvor sind Steven Drozd, Michael Ivins und Kliph Scurlock aus einem von Parliaments »Mothership Connection« inspirierten gigantischen UFO ausgestiegen, darauf thronend: Wayne Coyne, in einen überdimensionierten Luftballon verpackt, mit dem er nun über das Publikum hinwegrollt.

    Dieser Mitschnitt des letztjährigen Konzerts im Oklahoma Amphitheater bestätigt natürlich wieder einmal alle Superlative, die den Flaming Lips seit Jahren zugeschrieben werden. Ihre Shows gleichen Kindergeburtstagen, wie man sie längst nicht mehr feiert, und dieses Konzept wird von den Besuchern dankbar angenommen. Diese DVD versucht nun das Erlebnis ›Flaming Lips Live‹ Wohnzimmerkino-kompatibel umzusetzen, das Ergebnis dessen kann man durchaus als geglückt bezeichnen. Anpeitscher Coyne: »Now all of you guys in the back that have been drinking beer and smoking pot, come on!« Natürlich sind solche Aufrufe eigentlich unnötig, die mehreren tausend Konzertbesucher sind teilweise quer durch das ganze Land gereist um die Band zu sehen. Und sie zelebrieren diesen Abend, als sei es tatsächlich der letzte auf Erden und das UFO der Lips die Menschenvernichtungsmaschine, die nochmal kurz zum kollektiven Ausflippen einlädt. Die dokumentatorisch zusammengefassten O-Töne der Fans gegen Mitte des Mitschnitts unterstreichen diese These deutlich: »They show us the greatest show on earth«, so der Mann im Dinosaurier-Kostüm.

    Die Setlist liest sich dementsprechend: »The W.A.N.D.«, »Yoshimi«, »The Yeah Yeah Yeah Song«, »Do You Realize??«, »Free Radicals«, insgesamt 24 Stücke inklusive Interludes und Gaffer-Tape-Counter finden sich auf der DVD. Dazu kommt ein gestochen scharfes Bild, ein klarer, satter Sound und ein dankenswerterweise offenes Format: »U.F.O.s At The Zoo« kommt als Daten-DVD mit Video- und Audio-Mitschnitt und Flash-Bedienoberfläche, bei letzterem können alle Stücke einzeln oder im Ganzen als 256KB-kodierte MP3-Dateien auf dem Rechner oder MP3-Player abgespeichert werden. Die schwach aufgemachte Extras-Abteilung bietet das der DVD beiliegende Booklet, das man sich nochmals als PDF-Datei ausgeben und ausdrucken kann. Über die mitgelieferte Online-Schnittstelle lassen sich des weiteren Handy-Klingeltöne einkaufen, Wallpapers abspeichern und – nach der Registrierung auf irgendeinem Warner Music-Server – Remixes anfertigen. Nett gemeint, schlecht gemacht. Auch das ›Hilfe‹-Menü funktioniert erst gar nicht, zusätzliche Musikvideos oder ein ausführlicheres Making Of hätten dem Bonusteil sicherlich gut getan.

    Dennoch ist die erste Lips-DVD weit mehr als nur Beiwerk für Fans. »U.F.O.s At The Zoo« zeigt ein eindrucksvolles Konzert, nach dem man sich fragt, warum man sich immer wieder auf langweilig gestrickte ›Shows‹ verschiedenster Indie-Bands schleppt.

LABEL: Warner Music

VERTRIEB: Warner Music

VÖ: 05.10.2007

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