Review: The Dandy Warhols Welcome To The Monkey House

Ein bisschen »Wild Boys« oder noch besser »Notorious« war bei den Dandy Warhols schon immer Programm. Ob es sich nun um offenherziges Kokettieren mit Drogenerfahrungen handelte, zickiges Verhalten Journalisten gegenüber oder den Gerüchten um Courtney Taylor-Taylors, seines Zeichens Sänger und unumstrittener Kopf der Band, besonderer »Fanbetreuung«. Mit »Welcome To The Monkey House« schließt sich der (Duran Duran)-Kreis. »A Long Time Ago We Used To Be Friends« einer der besten Titel des mittlerweile vierten Albums, heißt wohl nicht ganz umsonst so. Ziemlich tief wühlte man in der Vergangenheit und förderte recht interessante Persönlichkeiten zu Tage. Da hätten wir als Produzenten Tony Visconti, der bereits mit David Bowie und T. Rex arbeitete und Nick Rhodes, u.a. Keyboarder von Duran Duran. Außerdem wirkten als Gäste Simon LeBon und Evan Dando mit, während Nile Rodgers von Chic ein Gitarrenriff beisteuerte. Und so klingt das Album dann auch, in der Verwendung von Zitaten aus früheren Dekaden allerdings überraschend gut. Die Gitarren wurden zu Gunsten der Elektronik ein wenig zurückgenommen und der Glanz zweier Jahrzehnte wird durch Courtney Taylor-Taylors manchmal angenehm sonoren, manchmal falsetthaften Gesang in ansteckend melodiöse Sphären getragen. Beim Hören von »Welcome To The Monkey House« schippert man mit einem »groovy train to transcentral« mitten hinein ins Herz des Zitat-Pop und fühlt sich dabei immer mal wieder an Primal Screams »Screamadelica« erinnert, welche durch eine Prise T.Rex verfeinert wurde. »Welcome To The Monkey House«, welches nach einer Kurzgeschichtensammlung von Kurt Vonnegut benannt wurde, schließt nahtlos an das Vorgängeralbum »Thirteen Tales From Urban Bohemia« an. Die Dandy Warhols waren nämlich eigentlich noch nie eine Single-Band, wie ihr großer und vor allem durch die Verwendung in einem TV-Spot generierter Erfolg von »Bohemian Like You« vielleicht vermuten lässt. Ihnen ging es seit jeher um die Gesamtheit eines Albums und bei »Welcome To The Monkey House« dürfte diese Herangehensweise endlich auf fruchtbaren Boden fallen.

LABEL: Capitol

VERTRIEB: EMI

VÖ: 16.05.2003

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