Review: The Broken Beats The Codes… Them Codes

Als ich einmal recht spät zur Geburtstagsfeier eines Bekannten erschien, balancierte Kim Munk volltrunken mit heruntergelassener Hose mitten im Raum völlig selbstverloren auf einem Barhocker und zog mit spitzen Fingern die Vorhaut seines Penis in die Länge. Derart überdehnt wirkte das Ding ähnlich lang, blass und nicht von dieser Welt – wie der hagere Eremit Munk selbst. Welcher – während um ihn herum das Leben tobte – geisterhaft über allem schwebend mit autistischer Präzision an seinem Körper herumwerkelte, als hätte er gerade ein Alien aus einem abgestürzten Ufo geborgen.
    Auf »them codes … them codes« gleicht der musikalische Blick Munks und seiner Broken Beats auf die Welt dem Blick auf seinen Pimmel. Neugierig, angeekelt, amüsiert, melancholisch, distanziert … ein tolpatschiger Wissenschaftler, der mit zwei Roboterhänden, Slidegitarren, Bläsersätzen und Duetten in einem Plexiglaskasten am Menschsein herumnestelt – und dabei Gespenster, Howie Gelb, Freundschaften, Wüsten, Sheik Yerbouti, Nick & Kylie, Träume, Familie Hansen, die Mittagshitze, ewige Erdbeerfelder und das Wunder des Wachstums entdeckt, seine Fundstücke vorsichtig anhebt und wendet, darunter und dahinter schaut, ab und versehentlich etwas zerbricht … und sich klammheimlich in den Glaskasten hineinwünscht.
    Ein Ziel, dem Munk schließlich in der Auswertung seiner Versuche und in deren Vortrag näher kommt, als er womöglich selbst vermutet. Da doziert er so hochenergetisch wie -melodisch, schwelgt und beschreibt … und aus den Broken Beats, die sich auf ihrem ersten Album noch hin und wieder zwischen Zappa und Malkmus verzauselten, wird so etwas wie Sergeant Pepper's Band Of Blacky Ranchette.

LABEL: Hazelwood Vinyl Plastics

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 30.05.2005

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