Review: Tarantula AD Book Of Sand

Diese Band sollte eigentlich in aller Munde sein. Vor allem in den Mündern jener, die ständig alles schon mal gehört haben wollen. Um sie für immer zu stopfen mit Pauken und Trompeten, markerschütternden Klagegesängen, mit bleischweren, sich in der Zeit rückwärts bewegenden Gitarrenriffs, mit schmerzverzerrten Celli, spukenden Pianos, den Mond anheulenden Violinen, verwunschenen Kinderliedern und feuerspuckenden Bandoneon-Lindwürmern.
    Würden Astor Piazolla und Eugene Chadbourne bei My Dying Bride spielen (und diese wiederum von Marc Ribot produziert), man bekäme eine ungefähre Ahnung von der Musik des New Yorker Kollektivs um das Trio Danny Bensi (u.a. Cello und Violine), Saunder Jurriaans (Gitarre, Bass) und Gregory Rogove (u. a. Drums, Klavier, Melodica). Verstärkt um die Stimmen von Devandra Banhart, Sierra Cassidy (CocoRosie) und Alexander und Damon McMahon von Inouk, haben sie auf »Book Of Sand« Bruchstücke von Zeiten und Wirklichkeiten miteinander verknüpft, die eigentlich ständig miteinander kollidieren bzw. sich sogar gegenseitig aufheben müssten: Bukarest in den 20er Jahren, Paris um die Jahrhundertwende, eine Waldlichtung, eine Bar in Buenos Aires 1938, ein Kesselflickerlager.
»Book Of Sand« ist Musik aus der Zwischenwelt, aus verschütteten Ballsälen und hohlen Baumstämmen.
    Musik aus den tiefsten Tiefen der Heizung aus David Lynchs »Eraserhead«.

LABEL: Kemado Records

VERTRIEB: RTD

VÖ: 17.02.2006

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