Review: Tapes 'n Tapes The Loon

Eine Überplatte. Ganz klar. Wäre die Welt fair, hieß es einmal in einer Sitcom, gäbe es keine Reichen, wäre die Welt gerecht, ist jetzt anzufügen, würde diese Platte hier reinhauen wie kaum eine andere dieses Jahr. Indierock’s paradise. Ausgerechnet aus einer der kältesten Städte der Welt kommend, aus Minneapolis, Minnesota, man erinnere sich an die Schneestadt in »Fargo«, dem Film mit dem ultrakurzen Gastauftritt von Prince als Autounfallopfer. Ja auch ein Kind dieser Stadt. Wie Josh Grier, die Stimme, die Gitarre, Jeremy Hansen, das Schlagzeug, Matt Kretzmann, die Tasten, Erik Appelwick, der Bass. Muss man genau nennen, wird man nicht mehr vergessen.
Es hat gedauert mit dieser Platte. Eigeninitiative brachte sie im November letzten Jahres in den Staaten heraus. Hier gab es eine lobende Erwähnung im Wasteland. Nach vielen unnütz verstrichenen Monaten gibt es sie endlich auch hierzulande und mit vollem Plattenfirmenengagement. Kleiner Anfängerhinweis: Wen das erste Stück »Just Drums« noch nicht überzeugt, der skippe zum zweiten. Spätestens bei Stück drei, »Insistor«, mit diesem Violent Femmes-Mittelteil, dürfte die Sache dann klar sein. Die Tapes’n Tapes können alles. Sich perfide anschleichende Hymnen wie »Omaha«, sich in Ekstase steigernde Progrocker wie »Manitoba«. Hymnen! Progrocker! Kein einziges schlechtes oder gar mittelmäßiges Stück! Und nichts klingt zweiter Hand. Und das Beste ist: Für mich hat die Zeit mit »The Loon« auch erst angefangen, die ganze Tiefe dieser Platte ist noch gar nicht erfasst, für euch kommen die ersten Momente, die Kristallisation erst noch. Im besten Fall. Wenn die Welt fair ist.
Manchmal braucht es dazu nicht viel. »When you don’t move, you don’t move away«, so schließt die Platte ab. Zu empfehlen ist das Gegenteil: Losziehen, besorgen, anhören.

LABEL: XL Recordings

VERTRIEB: Beggars Group

VÖ: 00.00.0000

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here