Review: Studio Yearbook 2

Als musikalischer Schnittpunkt von Robert Smith, Manuel Göttsching, Dub, Krautrock und Balearic-Leichtigkeit war »West Coast« des schwedischen Produzentenduos Studio im vergangenen Jahr ein phänomenales Debütalbum, das vielerorts Aufsehen wie Bewunderung erregte.  Mit einem regulären neuen Album ist zwar in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen, glücklicherweise aber ist diese Remix-Sammlung eine adäquate Entschädigung.

    Wenn sich das Duo mit Lebens- und Produktionsschwerpunkt London an einen Remix begibt, ist es letztendlich egal, ob das Quellmaterial aus dem direkten musikalischen Umfeld, aus Schwedens Indie-Szene oder aus der Welt-Pop-Elite stammt: alle Klänge werden dem Studio-Makeover unterzogen, bis sich die Vorlagen in den schimmernden Klangkosmos von Dan Lissvik und Rasmus Hägg einfügen.



 

Studio – Yearbook 2 (Information / Pias / RTD)

    Dabei ist das »Possible Remake« dem Original der Shout Out Louds noch am ähnlichsten, versieht es aber mit einer warmen Melodie, zusätzlicher Perkussion und einem etwas optimistischeren Refrain. »Turn The Radio Off« – im Original von der aus Göteborg stammenden Indie-Band Love Is All – groovt unter behutsamem Aufbau mit Downbeat-Anschlägen und Xylofon zum Refrain, der gemeinsam mit den verzerrten Vocals das einzige ist, was Studio vom Original übrig lassen.

    Das flüchtige Herz von »Room Without A Key« der Rubies bildet Leslie Feists Hauchen, das über der Melange aus sanften Perkussion, Mittelmeer-Gitarre und hypnotischen Dubs immer wieder wie eine leichte Brise hinwegzieht. Die große Überraschung ist aber Kylie Minogue, die sich mit ihrer Single »2 Hearts« als tolle Vokalistin zu Studios ausgedehnten musikalischen Glücksmomenten erweist. Von denen hat »Yearbook 2« genug für einen ganzen Sommer.

Anm. d. Red.: Der Autor betreibt an anderer Stelle das Musikblog »Auf ein Neues«.

LABEL: Information

VERTRIEB: RTD

VÖ: 22.06.2008

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