Die Orte, die mit dieser Paarung ins Spiel kommen, sind kaum zu zählen; das Ergebnis dagegen bis in die Haarspitzen verdichtet und zugetextet. Stereotyp trifft auf das Al’Haca Sound System, da wären also der Wiener, der mit und gegen die Greifswald-Birmingham-N.Y.-keine-Ahnung-was-noch-Kette eine Sache macht. Überraschender ? und deshalb auch nicht enttäuschenderweise klingt das so, wie man sich das auch im Kopf schon ausmalen kann. Das Einbrechen des stutzig machenden Geräusches, des ungeahnten Effekts und schon wieder ultragepresst und luftdicht gepackten Basses ist immer Grundgedanke. Weder S noch A haben je das Folklore-Fähnchen geschwenkt. Und wie das auch schon aus den Stereotyp- und Al’Haca-Platten herausbrummt, beide Seiten scheinen ihren Stimmen etwas zu vermitteln. Die wagen sich alle was, Daddy Freddy speit hier so lustig wie auf seinen eigenen Sachen nicht, Lady Saw geht flink und auf den Beat wie immer. Auch die anderen Gäste, Ras-T vom Overproof Soundsystem und vor allem Shagon von den Aphrodelics erkennen eine Chance: Wer sich hier anstecken lässt, sitzt im Brüter.
‚Ip’Op, swingende Dubs, stramme Raggamuffin Rockers und immer wieder neue, noch unklassifizierte Breaks sehen sich hier einer Brüder- und Schwesternschaft der freundlichen Verfremdung gegenüber. Das ist so sehr Dancehall, also hierher übersetzte Musik für die Soul Seduction und den Dub Club, das Maria und das Icon, und doch erschüttert »Phase Three« auch im Wimpernschlag die HiFis der Wohnzimmer von Neustadt bis Neukölln. Wenn man dann Al’Haca auch noch reden hört, man habe sich ja noch gar nicht professionalisiert …

LABEL: Klein Records

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 27.09.2004