Sänger und Gitarrist Jim Ward mag die Dualität im Wort »Porcelain«. Schönheit trifft die Zerbrechlichkeit. Er hätte tatsächlich keinen besseren Albumtitel auswählen können, denn »Porcelain« leidet tatsächlich unter einer gewissen Dualität: gute Songs treffen auf weniger gute. Ohne unfair sein zu wollen, schließlich könnte man behaupten, sie »hätten ihren Sound gefunden«. Was auch stimmt, sie beherrschen ihr Metier ziemlich gekonnt, ohne abgezockt zu wirken. Dennoch suhlen sich Sparta zu sehr im auf ihrem Debütalbum »Wiretap Scars« erprobten Erfolgskonzept des auf- und abschwellenden Songs in sauberen Strukturen, ohne Überraschungen, aber wenigstens mit der Gewissheit, dir zu vermitteln, woran du bist. Nur: Nicht selten langweilt das leider. Nicht selten glaubst du, den ein oder anderen Akkord, Song, Strophenwechsel und/oder Refrain alleine von dieser Band drei- bis fünfmal besser gehört zu haben. Natürlich gibt es Ausnahmen, das macht es ja auch so schwer, diese Platte zu verdammen. »Tensioning« z.B. ist ein Killer. Wäre aber auch eine gute One Sided-12-Inch geworden. Alles in allem also – bei der eigentlich grundsympathischen Art der Band und weil wir wissen, was die hier spielende Hälfte von At The Drive-In, die nicht als The Mars Volta dem positiven Wahn verfallen ist, zu leisten imstande ist: enttäuschend.

LABEL: Dreamworks / Interscope

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 12.07.2004