Review: South With The Tides

Süden ist da, wo der Daumen Norden ist, bzw. Jahreszeitenvergleiche sind im Allgemeinen und im Speziellen für den verlängerten Rücken, schon klar, aber wenn man den Tonträger einer Band namens South in den CD-Player legt und derweil draußen die Schneeflöckchen gemächlich vor sich hin tanzen, erwartet man erst einmal Wärme. Von hinten durch die Brust ins Ohr sozusagen. Wie eine schöne Tasse Grog. Nun, bis dieses Machwerk zu wärmen versteht, braucht es erst einmal mehrere Tassen starken Kaffee für die Aufmerksamkeit. Nach einigen Stunden mit windelweichem Geklimpere in Rotunde beginnen dann aber doch die ersten zarten Erinnerungsknospen zu sprießen. In South und Braus sozusagen. Da wird es kuschelig und mollig, wie eine riesig große Bettdecke mit ¾ Daunen, denn auch das zweite South-Album versteht es, die Wehmut anzuheizen, weil vor allem zu erinnern. An die großen längst gezählten Tage des Brit Pop. An The Verve. An Oasis, ohne prollig zu sein. An opulenten, bisweilen schmissigen, mitreißenden Stadionpop. Manchmal sogar an Prefab Sprout, auch wenn die gar nichts mit Brit zu tun haben, aber mit Pop. Im Großen und Ganzen haben wir hier also ein klasse Schwelgeralbum. Bleibt zu erwähnen, dass irgendwie ein wenig die Selbstinszenierung der drei Londoner fehlt. Aber wo es doch so schön warm ist, darf das auch grad mal egal sein.

LABEL: Sanctuary

VERTRIEB: RTD

VÖ: 29.03.2004

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