Review: Sonic Youth The Destroyed Room

Alte Vertraute, schon längst auf der Seite der Irrelevanz vermutet, hier aber ein weiteres Mal mit dem Beweis, dass ihnen in puncto Sound-Avantgarde so schnell niemand etwas vormacht. Dabei ist »The Destroyed Room« lediglich eine Zusammenstellung von B-Seiten und sonstigem nur schwer erhältlichen Material der letzten 15 Jahre, klingt insgesamt aber so wie die lang erhoffte Fortsetzung ihres Ciccone-Youth-Projekts (»The Whitey Album«, 1988). Noise, Reduktion, langsame Instrumentalstücke, Experimente nicht in Terror, sondern in nachhaltiger Verstörung; das Stück »Campfire« (einige wenige werden es vom »Groovebox«-Sampler kennen) klingt fast nach Pan Sonic; in »Loop Cat« meint man das Fiepen von Ratten hören zu können; in allen Stücken werden höhere Frequenzbereiche ausgelotet. Wobei »The Destroyed Room« mehr als nur ein Hörtest-Ersatz oder ein neues Klangforschungsobjekt darstellt, sondern vielmehr die Essenz ihres manchmal eher abseitigen Tuns aufs Beste zusammenbringt. Elf gute Tracks und zum Schluss die alternative Version von »Diamond Sea«, jenem Song also, den ich zusammen mit »Sunday« lange für das letzte gute Sonic Youth-Stück hielt. »The Destroyed Room« zeigt, dass auch jenseits ausufernder Songstrukturen verdammt viel passieren kann. Alte Vertraute, immer wieder gut.

LABEL: Universal Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 15.12.2006

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