Review: Rilo Kiley Under The Blacklight

Kann gut sein, dass »Under The Blacklight« niemandes Lieblingsalbum wird, weil ausgewiesene Musikconnaisseure es für zu unspeziell halten und Durchschnittshörer erst gar nicht über Rilo Kiley stolpern, auch wenn die Band aus Kalifornien ihren freundlichen Gitarrenpop nun bei einem Major-Label veröffentlicht. »Sind sie die neuen Fleetwood Mac?«, fragte das US-Magazin Spin. Die Antwort ist unerheblich, doch tatsächlich haben Rilo Kiley mehr als bisher nach schönen Melodien gesucht – und gefunden. Dafür haben sie einige Kanten geschliffen. Vielleicht deshalb klingt »Under The Blacklight«, keine 40 Minuten lang, erst einmal ein bisschen zu brav.

    Die Platte beginnt beschwingt. In »Silver Lining« untermalen Claps, Triangel und eine hüpfende Gitarrenmelodie Jenny Lewis’ Stimme, die ihre verschlafene Sanftheit nur aufgibt, um im Refrain mit »Hooray, hooray« einen neuen Abschnitt im Leben zu begrüßen. Vom Ende einer Beziehung singt sie auch in »Breakin’ Up« und »Dejalo«. Rilo Kiley klingen wie die fröhlichen Cousins der Cardigans aus den USA: Sie schauen in ihren Midtempo-Songs dort zuversichtlich voraus, wo die Schweden mit Wehmut zurückblicken; und sie bauen neben Bläsern und warmen Keyboardharmonien auf upliftende Chöre wie im Soul (»Breakin’ up«), während auf dem bislang letzten Cardigans-Album »Super Extra Gravity« Nina Perssons Stimme die einzige unmittelbare menschliche Äußerung war.

    An Fahrt nimmt »Under The Blacklight« mit dem Zweigesang und den treibenden Gitarren von »Dreamworld« auf – das Lied bildet den Höhepunkt und die Mitte des Albums. Danach wird man es aufmerksamer hören. Und seinen Reichtum an Melodien erkennen. Wer Musikconnaisseure und Durchschnittshörer zu Gast hat, macht nichts falsch, wenn er Rilo Kiley auflegt. So etwas, also Pop für alle, muss man erst mal schaffen.

LABEL: Warner Music

VERTRIEB: Warner Music

VÖ: 26.10.2007

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