Review & Stream: Mogwai Rave Tapes

Mogwai Rave Tapes
MOGWAI

RAVE TAPES
ROCK ACTION / PIAS / ROUGH TRADE – 17.01.2013

Auch Mogwai veröffentlichen am Freitag ein neues Album. Die Rezension sieht für Rave Tapes gleich mehrere Verwendungsmöglichkeiten, die dank Stream auch direkt angewandt werden können.

Hey! Schön, dass du hier reinliest! Es lohnt sich! Noch zwei, drei einleitende Sätze, dann wird’s so warm, kosmisch und tiefenentspannt wie regionales Bio-Huhn in Honig-Cornflakes-Kruste. Und ganz nebenher kümmern wir uns um die neue Mogwai, you know, die ehrlichen, hart arbeitenden Jungs aus Glasgow, seit 18 Jahren dabei, achte Platte: Hier ist sie.

Für den Fall, dass du die letzte Dekade im Kloster warst, unter 10 oder über 60 bist, ausschließlich australischen Speed Metal hörst oder deine kulturellen Impulse aus Prekariatsmedien empfängst: Der Name des Band-eigenen Labels (Rock Action) wie auch der Name des Albums (Rave Tapes) sind nicht zielführend. Viel mehr Mogwais bemerkenswerte Soundtrack-Filmografie, darunter Zidane – A 21st Century Portrait (kompletter Score) und die französische Serie The Returned. Noch mehr facts & figures gefällig?

Legende Alan McGee nannte die 2006er Mogwai-Veröffentlichung Mr Beast »probably the best art rock album I’ve been involved with since Loveless« – und das ist nicht nur nach Meinung des Autors eines der besten »Art Rock«-Alben aller Zeiten. Ja, richtig: Kunst-Rock. Soundtracks. Bedeutungsvolle Albumtitel. Schottische Schwermut. Schwenk das Whisky-Glas!

Wie genau verhält sich das nun zum bisherigen Œuvre dieses 24/7-performing Quintetts? Nun, es wird immer weniger juvenil und ungestüm, dafür runder, wärmer, weicher, eingespielter und – soundtrackiger. Die Zeichen stehen auf Deeskalation. Es gibt den Klängen nachfühlende Tracks voll feinsinniger Gitarrenarbeit, analogisch eingewobener Elektronik, wenigen empathisch klingenden Worten und sanft an- und abschwellender Flächen die, wenn man sich damit nicht gerade auf voller Lautstärke eincremt, das Bedürfnis nach Museumsbesuchen, Lektüre, Küchentätigkeit und gemütlichen Diskussionsrunden wecken. Oder nach Fahrten auf der laubbelegten Landstraße zwischen Tortoise, Boards Of Canada und Sonic Youth anno now, also fernab von Rock und Rave. Immer passend: Kerzenschein.

Weitere Besprechungen und Streams zu am Freitag erscheinende Alben: Warpaint Warpaint, Andreas Dorau Aus der Bibliothèque & Hauptsache Ich, Damien Jurado Brothers and Sisters of the Eternal Son, I Break Horses Chiaroscuro.

SPEX präsentiert Mogwai live
04.02. Frankfurt – Batschkapp
05.02. München – Backstage Werk
06.02. Berlin – Tempodrom
31.03. Hamburg – Große Freiheit 36
01.04. Karlsruhe – Substage
02.04. Köln – E-Werk

3 KOMMENTARE

  1. […] Das erste Highlight des Jahres 2014 steht an! Mogwai veröffentlichen ihr mittlerweile achtes Studioalbum. Seit dem großartigen “Hardcore Will Never Die, But You Will” sind mittlerweile drei Jahre vergangen. Nicht, dass Mogwai in dieser Zeit untätig gewesen wären. Neben EP und Remixalbum ist im vergangenen Jahr der Soundtrack zur TV-Serie “Les Revenants” erschienen. Gitarrist Barry Burns findet sogar irgendwie die Zeit nebenher in Neukölln die Bar “Das Gift” zu betreiben, die durchaus einen Besuch wert ist, wenn ich das hier einmal kurz anmerken darf. “Rave Tapes” ist im bandeigenen Studio in Glasgow aufgenommen worden. Musikalisch schließt es an “Les Revenants” an, das mehr Wert auf eingängige Pianostrukturen und Synthies legte als auf ausufernde Gitarrenwände. Dem Spannungsbogen tut das jedenfalls keinen Abbruch. Die Grenzen des Post-Rock haben Mogwai schon lange aufgebrochen. So wenig der Vorgänger Hardcore war, so wenig ist das aktuelle Album Rave. Dennoch sind neben Synthies auf dem Album zunehmend elektronische Parts enthalten, wie die erste Single “Remurdered” auf einer Länge von 6 1/2 Minuten eindrucksvoll demonstriert. Das Ungestüme früherer Tage scheinen die schottischen Jungs zunehmend abzulegen. “Soundtrackiger” klingen Mogwai im Jahre 2014, schreibt die Spex. Wenn ihr euch das Album vorab schon einmal anhören wollt, könnt ihr das auf der Webseite eben jener Spex tun. Dort gibt es neben einer Rezension sämtliche Songs als Prelistening Version. […]

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