Review: Misty's Big Adventure The Black Hole

Vom Songarrangement versteht der Mann etwas. Grandmaster Gareth verfügt über Ideen und Mittel, er hat echte Bläser zur Verfügung und falsche Geigen, echte Sängerinnen und Computer. Gareth ist Sänger und Songschreiber von Misty’s Big Adventure aus Birmingham. Die Hemmungslosigkeit, mit der er seinen Songs Gewänder näht, ist das Erste, was bei der Lektüre von »The Black Hole« auffällt. Du weißt genau, was alles schief gehen kann, wenn die Mittel keine Grenzen haben. Aber Gareth liegt einfach nie daneben. Scheinbar improvisierende Bläser stellt er gegen ein Kirmesklavier und brüllt dagegen an (»The Wising Up Song«), eine singende Säge, wahrscheinlich aus der Maschine, garniert einen Uptempo-Song mit Hugo Montenegro-Gesang und einem Frauenchor, der von Chumbawamba geliehen ist (»Never Stops Never Rests Never Sleeps«), eine Country-Gitarre trifft auf Gesang aus der Tüte, schließlich wird der Song aufgeblasen von Powergeigen und Trompeten-Stakkato (»The Story of Love«). Das alles ist hörbar mit viel Witz versehen ? aber ohne dabei lustig sein zu wollen. Die Grundstimmung von »The Black Hole« ist dabei am ehesten mit skeptisch bis ausgelassen zu beschreiben ? vielleicht emotional auf der Höhe der ersten Platten des britischen Ska-Revivals, aber näher an The Specials als an Madness, also wacher und intelligenter. Es ist nicht böse, »Party« zu sagen, wenn man eine Platte knapp beschreiben will.

LABEL: Noise Deluxe

VERTRIEB: Broken Silence

VÖ: 19.12.2005

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