Review: Hymie's Basement

T-Shirt über dem Longsleeve, die Kaffeetasse drei Tage lang nicht abgespült. Wollmütze und Whiteyfro ersetzen die Ohrenstöpsel. Jonathan Wolf aka Why?, sonst der Sing-Sang-Hippie bei cLOUDDEAD oder Reaching Quiet, hat sein »Oaklandazulasylum« verlassen, um sich mit FOG in »Hymie’s Basement« zu treffen. Ninja Tune und Anticon verschmelzen also. Auf LEX. Während andere »separated by shirts« durch parallele Welten schreiten, klingt ihr Beanie-G-Folk mit eingeschobenen Kindergartenerzählungen von »Ben And Joey« gänzlich aneinander gekuschelt. Wie vertonte Malerei mit dicken Wachsstiften: Why?s Amateurgesänge und Rap-Stammeleien schippern wie ein Wechselbass aus Wortketten umher, und Andy Broder, so ist FOG in Minneapolis registriert, sorgt unterdessen für triefende Gulli-Klaviereinlagen (»I Am A Sewer At Heart«) und Plinker-Gitarren, die oft ganz ohne Tiefbass auskommen. Zusammen spucken sie Kaugummis in die von Wolken verdeckte Sonne des mittleren Westen, fürchten sich vor Blitz, Donner, Bananenschalen und Amerika und artikulieren ihre Ängste in Elektro-Hymnen und Kirchengesang-Folkhop mit den Harmonien eines Saufgelages. Sie wirken einander vertraut wie Brüder.
Man kann das »Undie« nennen, Schnittstellenmusik für Softies aus dem DIY-Kellerloch. Doch dieser Keller ist eigentlich die wahre »Suite Of The Fearless Tall Dude Killer«, denn die beiden schrecken vor keiner Entblößung zurück, geben alles dafür, den »21st Century Pop Song« ausfindig zu machen. Wenn dieses Ziel auch ein wenig hoch gesteckt zu sein scheint, schaffen sie es zumindest temporär, den lebensbedrohenden Entwürfen der Highway-Designer und der verhassten Banklehre zu entfliehen. Das würde auch das Lachen zu Beginn der Platte erklären.

LABEL: Lex Records

VERTRIEB: Zomba

VÖ: 27.10.2003

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