Review: A Guy Called Gerald To All Things What They Need

A Guy Called Gerald veröffentlichte 1988 den Breakbeat/Techno-Klassiker »Voodoo Ray«; Anfang der Neunziger war er über lange Zeit hinweg durch ein verständnisloses Major-Label blockiert. 1996 erschien »Secret Black Technology«, das sich vollständig jenseits von dem bewegte, was damals im Drum&Bass-Genre abging, das als Monolith des Afrofuturismus elektronische Musikgeschichte wurde. In der letzten Zeit erwies sich Studio K7 als angemessener Ort für seine Musik. War »Essence« von 2000 ein vergeistigter, aber auch ein wenig entrückter Drum&Bass-Blueprint, bewegt sich »To All Things What They Need« wieder vollständig auf dem Niveau von »Black Secret Technology«. Die Tracks lassen diverse Standards der elektronischen Musikproduktion hinter sich; sie haben etwas zutiefst Überwältigendes, Unbegreifliches. Es ist eine Mystik, die nicht auf etwas Transzendentes bezogen ist, sondern auf die Körper, die Oberflächen. Die Breakbeats sind langsam und grabend, erinnern eher an die Autechre-Schule als an aktuellen Drum&Bass; zugleich zieht sich ein sehr feines Dickicht aus Percussions durch die Stücke. Obwohl der melodische Flächenanteil von Drum&Bass in dieser Musik sehr hervorgehoben wird, gibt es keine Momente des Driftenden. Ihr »Space« ist kein regressiver, schwelgerischer, er hat nichts Metaphorisches, ist eher der in der Materie der Musik konstruierte andere Ort von Detroit-Techno. Auch für Detroit-Fans ist »To All Things What They Need« eine große Überraschung; es ist Musik, über die man noch lange nachdenken wird.

LABEL: !K7 Records

VERTRIEB: RTD

VÖ: 31.01.2005

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