Real Arcadia – Ausstellung über Cave Raves

Real ArcadiaImmer wieder setzt sich Matt Stokes in seinen Arbeiten mit der Club-Kultur auseinander. So ließ er auf den Orgeln der Kathedralen Dublins und Edinburghs die Hymnen des Happy Hardcore nachspielen,  oder die Veteranen eine der ersten Northern Soul-Nächte Schottlands in einer Kirche in Dundee nachstellen. Auch «Real Arcadia», die erste Einzelausstellung des 1973 in Cornwall geborenen Stokes in Deutschland, hat wieder diesen mikrosoziologischen Doku-Charakter.
   Es geht um Cave Raves: jene spezifische Form des Free Raves, die wegen fehlender Industrieruinen und Lagerhallen einfach in den Höhlen des Lake District gefeiert wurden. In einem Blog-Eintrag der englischen Galerie Workplace schreiben Stokes und Kollegen zu diesen Partys unter anderem:

«Instead, there were these caves. Because of their perfect size, they had a unique sound and a special atmosphere that suited these parties. But it is also not difficult to see the choice of the caves as a contemporary, romantic gesture. The cave parties were organised by a group called Out House and started off small. But after a short while, they attracted a lot of people.»

So hat Stokes ganz bewusst eine nostalgische Ausstellung zusammengestellt in einem ehemaligen Berliner Blumenladen zwischen Alexanderplatz und Janowitzbrücke, der heute die Räume der Galerie Lüttgenmeijer beheimatet. Sogar das Soundsystem muss so klingen wie jenes, das von Our House in die Höhlen mitgeschleppt wurde. Ansonsten gibt es Mixtapes, T-Shirts, aber auch Zitate an den Wänden – generiert aus Befragungen der Bewohner jener Dörfchen im Lake District, die es nicht so lustig fanden, als die Verstrahlten ihre Höhlen enterten.

Matt Stokes: Real Arcadia
26.01. – 08.03.08

Lüttgenmeijer
Schillingstraße 31
10179 Berlin

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