Rdio im Interview

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SCREENSHOT: Die
Platte der Ausgabe in Spex #336 im Rdio-Webplayer (Ausschnitt)

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Nachdem sich im Dezember der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., BITKOM, mit der GEMA auf ein allgemeingültige Lizenzvereinbarung nicht nur für MP3-Downloads, sondern auch für Streaming-Dienste einigen konnte, bekommt der deutsche Anbieter Simfy nun internationale Konkurrenz. Seit letzter Woche ist das 2010 von den Skype-Gründern Niklas Zennström und Janus Friis ins Leben gerufene Rdio auch in Deutschland verfügbar. Im Interview mit Groove– und Spex-Autor Daniel Fersch erklärt Rdio-COO Carter Adamson (zuvor u.a. bei Skype, AOL und ICQ) die Vorteile des werbefreien Angebots.

    Rdio bietet sowohl als Web- als auch als externer Desktop-Player und App auf Mac- und Windows-Computern, Smartphone oder dem iPad Zugriff aus seine Musikbibliothek, sodass es »keinen Sinn mehr macht, alle digitalen Downloads manuell zwischen den einzelnen Geräten hin und her zu schieben bzw. zu löschen oder zu ersetzen.« Zugleich kann die gewünschte Musik aber auch mittels Synchronisation und ohne zusätzliche Kosten und Mengenbegrenzungen über Rdio offline verfügbar gemacht werden. Wen sie dann doch aus dem Netz kommt, passiert das mit einer Übertragungsrate von bis zu 320 kBit/s, die allerdings an die Kapazitäten der Geräte und ihrer Verbindung angepasst wird. »Offenkundig bringen wir dein Handy nicht zum Stehen, in dem wir versuchen, 320 kBit/s zu streamen, wenn du in einer wirklich schlecht verbundenen Region bist.«

   Gleichzeitig will man den persönlichen Austausch fördern, es gibt eigene Nutzerprofile, Bewertungs- und Kommentierungsmöglichkeiten sowie Statistiken, Playlisten können angelegt und geteilt werden, die Nutzer sich gegenseitig folgen. Adamson: »Du entdeckst die Musik wieder über andere. Meistens sind das Leute, die du nicht kennst und nie gesehen hast: Sie können die Künstler höchstselbst sein, DJs, Produzenten, Komponisten oder einfach nur eine beliebige Person mit großem Hintergrundwissen zu russischer House-Musik oder Kammermusik.« Darüber hinaus ist es möglich, seine gespielten Titel direkt in Twitter, Facebook oder LastFM anzeigen zu lassen, in Ersteres ist Rdio (wie sonst nur Apples Ping) direkt integriert.

   Insgesamt gibt es derzeit 12 Millionen Lieder in der Rdio-Bibliothek, laut Adamsom steigt die Zahl aber weiter: »Wir laden jeden Tag neue Inhalte hoch und bewegen uns schnell auf die 15 Millionen zu.« Die Musik von Labeln wie Hotflush Recordings und Hessle Audio wird aber vorerst nicht dazugehören: Im November hatte der sich der britische Musikvertrieb STHoldings, zu dem neben den beiden Firmen auch 236 weitere Labels gehören, nahezu komplett aus allen Streamingdiensten zurückgezogen. Als Gründe wurden zu geringe Erlöse bei gleichzeitiger Angst um geminderte Verkäufe angegeben. Unter den Major-Plattenfirmen sind Universal, EMI und Warner in Rdio vertreten.

   Zu den vertraulichen finanziellen Vereinbarungen mit den Labels kann sich Adamson zwar nicht äußern, er hebt aber hervor, dass das Rdio da Modell pay-per-play verfolgt, sodass »jedes Mal, wenn ich ein Lied spiele, jemand dafür bezahlt wird im Gegensatz zu Ich-kaufe-diesen-Song-einmal-und-du-wirst-nur-einmal-bezahlt. Und ich denke, die andere Sache ist die Marketingseite: Speziell bei Rdio entdecken die Leute alte Sachen, die sie vergessen hatten, wieder und eine Menge Neues, das sie sonst niemals gefunden hätten«, so der US-Amerikaner, der außerdem eine Bereicherung des Fan-Künstler-Verhältnis mit dem Streamingdienst einhergehen sieht.

  Neunutzer können Rdio eine Woche lang kostenlos testen. Danach kostet der Web- und Desktopzugang 4,99€, der um Mobilzugang und Offline-Funktion erweiterte Unlimited-Zugang 9,99€. Spex.de wird in den kommenden Wochen alle neuen Rezensionen mit einem Rdio-Player ausstatten. Hier findest du unser Rdio-Profil. Das gesamte Interview mit Carter Adamson erscheint in den nächsten Tagen auf groove.de.

1 KOMMENTAR

  1. Ich habe nicht verstanden, was der Vorteil gegenüber Simfy sein soll. Simfy hat für mich erstmal den Vorteil, dass es auch eine “Gratis” Variante gibt, was auch den Austausch mit Leuten möglich macht, welche kein kostenpflichtiges Abo haben möchten.

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