Köln ist nicht nur die Stadt des Karnevals-Wahnsinns. Nein, auch der Wahnsinn an sich scheint hier zuhause zu sein.
Einen Beweis dafür liefern zumindest zwei Studenten der Kunsthochschule für Medien, die mit der Entwicklung der "Painstation" einen Videospieltisch "neuer Generation" präsentieren, der seine soziokulturellen Wurzeln in lange überwundener Vergangenheit sucht. Basierend auf dem uralten Gedanken des Spiels nicht nur als Tätigkeit zur Entspannung und Unterhaltung, sondern viel mehr als Bewährungsprobe im Sinne eines Duells, entwickelten Volker Morawe und Tilman Reiff ein Spiel, das den Kontrahenten beim Versagen körperliche Schmerzen zufügt. Die Spielregeln sind so einfach wie bizarr – hier ein Auszug aus der offiziellen Spielbeschreibung: "Die rechte Hand bedient einen Drehregler, mit dem einen Balken, der als Schläger fungiert auf der Spielfläche auf- und ab bewegt wird (Modell "Pong" – Anm. d. A.). Die linke Hand muß dabei so auf der sogenannten Pain-Execution-Unit (PEU) plaziert werden, dass ein elektrischer Kontakt geschlossen wird und das Spiel beginnen kann. (…) Verfehlt einer der Spieler den Ball ist dies nicht nur ärgerlich sondern auch schmerzhaft: die Grenze zwischen Spiel und Ernst wird jäh überschritten, wenn der Ball eines der hinter dem Balken plazierten Pain-Inflictor-Symbols (PIS) berührt: jenach Symbol wird die motorische Fehlleistung auf dem virtuellen Spielfeld in Form realer Schmerzen zur grausamen Wirklichkeit. Die PEU peinigt und malträtiert die Linke Hand mit einer oder mehreren Schmerzarten: Hitze, Schläge und Stromstösse unterschiedlicherDauer sind die Folge. Fällt einer der Kontrahenten in Ohnmacht oder nimmt schon vorher wegen enormer Überschreitung seiner Schmerzgrenze die linke Hand von der PEU, so hat er das Duell verloren und muß im Nieselregen des Zuschauergespötts gepeinigt undverachtet von dannen ziehen, während der strahlende Sieger sich dem Respect der Crowd und der Zuneigung des anderen Geschlechts gewiß sein kann."