Dieser Tage steht es schlecht um Kulturstätten in Berlin. Von jetzt auf gleich gefällt sich der noch frisch im Amt stehende Kultursenator Thomas Flierl ( PDS ) darin, immens hohe Kürzungssummen zu verkünden, deren Durchsetzung unüberschaubaren strukturellen Schaden im vorrangig alternativen Kulturbe
Im jüngsten Fall hatte Flierl angekündigt, die Subventionen für die landeseigene Berliner Kulturveranstaltungs-GmbH (BKV), unter anderem Träger der Theaterhäuser Podewil , Kunstwerke und Bethanien um 715.000 Euro, ein Drittel des Gesamtetats, zu streichen. Außerdem soll der Museumspädagogische Dienst in die Proben- und Atelierräume des Podewil in Berlin-Mitte einziehen. Nach erster vehementer Entrüstung im Lager der Kulturschaffenden und -verantwortlichen korrigierte der PDS-Politiker die Kürzungssumme auf 215.000 Euro. Auch diese Summe würde allerdings heftige Einschnitte und voraussichtlich das Ende des Podewil nach sich ziehen. "Das Podewil als Ganzes finanziell zu beschneiden oder die Künstler aus dem Haus zu verdrängen würde vieles für die Zukunft unwiederbringlich zerstören, und darüber hinaus wäre dies eine große politische Dummheit", sagt Geschäftsführer Wilhelm Großmann. Zahlreiche Stimmen sind seit der Sparankündigung in diesen Tenor eingestimmt, dem Motto " Podewil rules " folgend. Auf der hauseigenen Website finden sich im Gästebuch seitenweise Kommentare von Künstlern und Kulturschaffenden aus aller Welt – von Blake Edwards über Diedrich Diederichsen bis David Moss, die ihre Podewil-Geschichte erzählen und entschiedene Worte des Protestes finden. Wir hoffen mit den Podewilern, dass der Protest Erfolg hat.