Peter Morén

Peter Morén ist Gitarrist und Sänger von Peter Bjorn And John (PB&J), Indie-Pop-Beau und nun auch Solo-Musiker. Sein Debüt »The Last Tycoon« sei lange in der Mache gewesen, laut Selbstdarstellung des Schweden sogar mehrere Jahre – die Band ging stets vor. Man könnte meinen, all die Zeit habe seiner Musik gut getan – Die besten Ideen scheinen aber stets bei PB&J eingeflossen zu sein.

    Die Blechbläser in »Old Love« scheinen aus der E-Orgel zu kommen, dazu hört man die sanft angeschlagene Klaviatur auf der anderen Tonspur. In »This Is What I Came For« klatschen stoisch zwei Hände den Takt, die Gitarre hüpft geradezu durch den Sechseinhalbminüter, und die monoton gezupfte Bassgitarre kann man höchstens erahnen, so dezent ist sie platziert. »Social Competence« wiederum rückt das Klavier weit nach vorne, das Stück hat fast schon Popsong-Charakter – sieht man von der käsigen Mundharmonika gegen Ende einmal ab.

    Besonders anstrengend ist »The Last Tycoon« aber immer dann, wenn Morén sich in Rollen probiert, die für ihn zu groß sind. In »Le Petit Coeur« (zu Deutsch: »Das kleine Herz«) beispielsweise singt er in erschreckend holprigem Französisch von einer endenden Beziehung, vom eingeschlafenen Herz, das es aufzuwecken gelte. Den größeren, englischsprachigen Gesangsteil des Songs hat er in Lanegan’scher Bassstimme angelegt – dafür hat er aber längst nicht genug Stimmvolumen. Dazu jammert das Klavier, die Streicher schmieren pathetisch in die Breite. Und generell mäandert Morén viel zu oft zwischen Kunst und Karikatur: er romantisiert zwischen Sergio Leone- und Bud Spencer-/Terence Hill-Western-Referenzen lustig hin- und her – Akustikklampfe, Marimba, Mundharmonika: oft sind Moréns Adaptionen von Country, Folk und Americana zu halbherzig.

    »The Last Tycoon« ist ein ruhiges, recht überraschungsfreies, nun ja: ›solides‹ Album mit einigen guten texterischen Ideen. Aber ebenso eines, das man schon nach einer Woche nicht mehr sonderlich vermissen wird.

LABEL: Wichita / Cooperative Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 11.04.2008

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