Auf die Glocke gekommen

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   Zwei Ausgaben der von Spex präsentierten Reihe KUNST ALS KLANG in der Berliner Galerie Vittorio Manalese hat Hendrik Weber bereits kuratiert. Heute nun geht er höchstselbst als PANTHA DU PRINCE auf »Konfrontationskurs«, zielt die Veranstaltung doch auf die »produktive Konfrontation von Avantgarde- und Club-Musik«. Beide Pole verkörpert die mittlerweile mit einem Kritiker-Echo prämierte Musik von Pantha du Prince durchaus, was sich etwa auch in seinem diesjährigen Berliner Auftrittsorten widerspiegelt: Berghain, KW Institute for Contemporary Art, Berlin Festival. Auf seinem letzten Album Black Noise versuchte er noch gekonnt, den Klang von (Kirchen-) Glocken digital zu emulieren, jetzt sind sie selbst zu seinem Instrument geworden. Als Pantha du Prince & The Bell Laboratory bedienen dabei zu siebend u.a. ein Carillon, ein komplexes Glockenspiel, wie es auch in Kirchentürmen zu finden ist. Röhrenglocken, Marimba, Xylophon, verschiedene Cymbals und Klangvasen kommen ebenfalls zum Einsatz.

   Gespielt wird die von Weber und dem norwegischen Komponisten Lars Petter Hagen am Computer komponierte Symphonie Elements of Lights über das »Verhalten von Teilen des Lichts und ihre Verzahnung«. Zuvor wurde das Stück bereits beim diesjährigen Øyafestivalen in Oslo aufgeführt – ein kurzes Video davon ist unten zu sehen. Zum Glockenlabor gesellt sich heute noch eine Premiere: Erstmals führen Moritz von Oswald und der Klangkünstler Rashad Becker ihr Single Note Project auf, bei dem Becker elektronisch wie analog Klavierklänge aus den Händen von Oswalds verfremdet und dekonstruiert. Interessanterweise soll das letztendlich nautische Assoziationen hervorrufen.

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VIDEO: Pantha du Prince & The Bell Laboratory Live at Øyafestivalen 2011

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