Omar Souleyman    FOTO: Hisham Bharoocha

Böse Überraschung am Freitag beim Stockholm Music & Arts Festival: Omar Souleyman wurde von den schwedischen Behörden ein Visum verwehrt. Der EU-Staat erlaubt derzeit allen syrischen Staatsbürger*innen die Einreise nicht, da aufgrund des Bürgerkriegs in dem arabischen Land angenommen wird, dass sie umgehend eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen würden. Eine Absicht, die der aus dem nördlichen Ras al-Ayn stammende Künstler freilich nicht hegte; vom Sinn und Unsinn einer solchen Praxis In einem Statement verwies Souleyman auf seine umfangreiche internationale Tour-Historie und auf seine Familie in Syrien: »Ich bin ein Musiker, der die ganze Welt und alle westlichen Länder bereist, um für die Menschen zu singen und sie zum Tanzen zu bringen. Ich hatte niemals je den Wunsch oder die Absicht in einem jener Länder zu bleiben, die mir ein Visum ausgestellt hatten […] Ich habe eine Familie in Syrien und ich hatte nicht die Absicht, sie jemals zu verlassen.« Für Ende August hateine US-Tour geplant, im Oktober gibt er zudem drei Auftritte in Europa (Amsterdam, Reykjavík, Paris). Das Festival Way Out West, das an diesem Wochenende in Göteburg stattfindet, hat ihn zudem erneut nach Schweden eingeladen – eine zweite Chance für die Behörden.

Omar Souleyman veröffentlicht am 18. Oktober sein erstes Studioalbum Wenu Wenu bei Domino. Aufgenommen wurde es mit Kieran Hebden alias Four Tet in New York. Dieser veröffentlicht mit Beautiful Rewind ebenfalls demnächst ein neues Album. Von beiden Langspielern gibt es in Form eines Trailers (Wenu Wenu) bzw. des Streams der ersten Single »Kool FM« nachfolgend einen ersten, ausführlichen Höreindruck. Vorangestellt ist die komplette Mitteilung von Souleyman zu den Ereignissen vom Freitag:

I could not believe the reason for which my visa was denied – that of Sweden being afraid that I will want to stay there and apply for a residence permit when I arrive. I am a musician who travels all over the world and to all western countries to sing for people and to make them dance. I have never ever had any wish or intention to remain in any country that has issued me a visa that enables me to perform for people there. It is clear to anyone who will take a look at my extensive touring history for the last 5 years in the western world – where I have been and how many borders I have crossed. Hundreds and hundreds.

I have a family in Syria and I have no intention of ever abandoning them. The Embassy had the information clearly of all my children, wife, brothers and sisters, parents, who all live in Syria. I support them and give my life for them. I have never had nor will he ever have any intention to defect into Sweden. I love my home as troubled as it is right now, more than anything.

The decision of the Consulate is very wrong but I have accepted that; now I hope that my management will do everything together with promoters in Sweden to correct that.