Besser als jeder Imam

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    »Ich singe vor allem von der Liebe, weil sie uns alle vereint. […] Ich hoffe von ganzem Herzen, dass [meine Lieder] jedem, der sie hört, dabei helfen, seinen Nächsten zu lieben.« Dieses Zitat entstammt nicht dem Munde Bonos und auch nicht dem eines sich seiner christlichen Wurzeln bewusstwerdenden westlichen Popsternchens. Geprägt wurden sie vom syrischen Superstar Omar Souleyman in einem Interview mit Tracks. Und bei dem Muslim scheinen die Worte auch bar jedes Kitschs bestens aufgehoben, begann Souleyman seiner Musikerkarriere doch 1990 auf einer Hochzeit. Wie vielen Eheschließungen er zeit seines Lebens schon beigewohnt hat, lässt sich heute wohl kaum ermitteln, schon die Anzahl seiner Aufnahmen kann nur grob auf etwas mehr als 600 taxiert werden.

   Die Mehrheit davon sind Liveaufnahmen auf Kassetten, die meisten direkt von Hochzeitsfesten. Doch sein Wirkkreis hat sich in den letzten Jahren weit über Damaskus hinaus erweitert. Beim US-amerikanischen Label Sublime Frequencies ist gerade bereits die vierte Veröffentlichung mit Souleyman erschienen: Haflat Gharbia (The Western Concerts) vereint Touraufnahmen aus den letzten drei Jahren. Für Björk remixte er den Biophilia-Vorboten Crystalline Spex berichtete – und spielte an diesem Wochenende beim von Caribou, Battles und Les Savy Fav kuratierten Festival Nightmare Before Christmas in Minehead, England. Erst im Sommer war der Sänger beim Glastonbury Festival aufgetreten und 2009 beim Sonar in Barcelona.

   Nach einem Konzert im August des letzten Jahres im Berliner HKW bringt er nun Lieder wie seinen internationalen Durchbruch von 2005, Khataba, oder den irrsinnigen, halbstündigen Ritt Leh Jani erneut in den deutschsprachigen Raum. Präsentiert von Spex spielt Omar Souleyman in dieser Woche in Leipzig, St. Gallen und Berlin. Für das letzte Konzert verlosen wir noch 2×2 Plätze.

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OMAR SOULEYMAN live:
14.12. Berlin – Kesselhaus in der Kulturbrauerei
15.12. Leipzig – UT Connewitz
16.12. St. Gallen – Palace

ANMERKUNG:   In einer früheren Version des Artikels hieß es: Souleyman sei ein »tiefgläubiger Muslim«. Von Jan Tövla in jungle world mit dieser Aussage konfrontiert, sagte der Musiker selbst: »Ich bin zwar Muslim, aber praktiziere nicht. Religion ist nicht wichtig für mich.« Der Fehler war aus einem missverstandenen Zitat und eines Verständnis von Glauben unabhängig religiöser Rituale und Praktiken entstanden.

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