Non Standard is the Standard – Label-Jubiläumsparty im HAU

Am Start mit audiovisueller Performance – Recent Arts. Foto: Stefan Freund

Mit seinem Label Non Standard Productions bringt der Musiker und Produzent Tobias Freund seit nunmehr zehn Jahren die Speerspitze experimenteller Künstler heraus und ist als Wegbereiter elektronischer Musik nicht wegzudenken – das Berliner HAU Hebbel am Ufer feiert mit ihm. Und SPEX sprach mit Kuratorin Zuri Maria Daiss. 

Auf insgesamt 35 Jahre Schaffen in der elektronischen Szene kann Tobias Freund mittlerweile zurückblicken. Von den Frankfurter Anfängen in Projekten wie Vo Ese und Hypnobeat über popaffinere Ansätze mit frühen Sieg-über-die-Sonne-Arbeiten bis hin zu Kollaborationen mit Margaret Dygas und Veröffentlichungen auf dem legendären Ostgut Ton. Der Innovator Freund hielt sich zugunsten der künstlerischen Freiheit immer bewusst in den Grenzbereichen der Szene auf und spielt so auch heute noch in der vordersten Reihe der zeitgenössischen elektronischen Musik mit. Sein wegweisendes Label Non Standard Productions feiert nun zehnjähriges Jubiläum mit Freunden, Kollaborateuren und hauseigenen Künstlern im Berliner HAU.

Das HAU Hebbel am Ufer ist mit Veranstaltungen wie dem CTM Festival oder dem Heroines of Sound regelmäßig Heimstatt für elektronische Musik an den Schnittstellen zu dissonanten Gefühlswelten. Für Kuratorin Zuri Maria Daiss bietet sich die Spielstätte als Alternative zu herkömmlichen Clubs und Partyreihen an – für Musik, die radikale und extreme Ausdrucksformen wagt.

„Experimentelle elektronische Musik hat oftmals keinen Raum im normalen Clubbetrieb. Das Theater ist ein wunderbarer Ort, diese Form der Musik zu präsentieren.”

Mit Uwe Schmidt und Max Loderbauer finden sich zwei langjährige Wegbegleiter Freunds im Line-up. Unter dem Namen Odd Machine veröffentlichte Uwe Schmidt zum Beispiel die Ricardo-Villalobos-Kollaboration „To Learn More” – als Atom™ wird er im HAU eines seiner Ambient-Sets präsentieren. Max Loderbauer erforscht als Non Standard Institute zusammen mit Tobias Freund die exzentrische Seite elektronischer Musik mit Tendenzen zu Ultra-Minimal Techno und moderner Komposition. Am Samstag steht er mit einer Improvisation am analogen Buchla-Synthesizer auf dem Plan.

Recent Arts ist ein neues Projekt von Tobias Freund und seiner Frau, der chilenischen Visuals-Künstlerin Valentina Berthelon. Zusammen debütierten sie kürzlich beim Atonal Festival mit einer audiovisueller Performance. Mit astronomischer Bildgewalt wagt Valentina Berthelon erzählerische Experimente und setzt so die Szene für die Musik, die live und ohne konkrete musikalische Strukturen auf die visuellen Eindrücke reagiert.

Die chilenische Sängerin Javiera González stellt in Berlin erstmals ihre EP Meet Me Twice vor und wird live in ihrer Vokalimprovisation von Tobias Freunds analogem Electronica unterstützt. Den Abschluss des Abends bildet ein DJ-Set der venezolanischen Sängerin und Produzentin Aérea Negrot im WAU.

Non Standard is the Standard
05.11. Berlin – HAU Hebbel am Ufer (HAU 1)
Tickets und weitere Informationen gibt es hier.

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