Nichts wirklich Neues

Ist die Radiolandschaft doch nur durch eine gesetzliche Quote zu retten? Haben die Befürworter einer nationalen Radio-Quote doch Recht? Ist das Format Radio bzw. Format-Radio überhaupt zu retten? Fragen, auf die man leicht eine passende Antwort finden könnte, würde man der Entwicklung der Diskussion …
Ist die Radiolandschaft doch nur durch eine gesetzliche Quote zu retten? Haben die Befürworter einer nationalen Radio-Quote doch Recht? Ist das Format Radio bzw. Format-Radio überhaupt zu retten? Fragen, auf die man leicht eine passende Antwort finden könnte, würde man der Entwicklung der Diskussion blind folgen und die Meldungen des heutigen Tages bierernst nehmen.

Wie heute in verschiedenen Medien gemeldet wurde, zeichnet sich momentan keine Verbesserung im Radio ab. Nachdem im Dezember der deutsche Bundestag zu einer Selbstverpflichtung seitens der privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosender aufgerufen hat (wir berichteten), ist der vor zwei Monaten gesetzte Anteil von 35 Prozent an deutschen Produktionen im Radio immer noch in weiter Ferne. Laut dem Marktforschungsinstituts Nielsen Music Control stiegen deutsche Produktionen zwischen Januar 2004 und 2005 bei den insgesamt 61 privaten Sendern von 18,74 auf 20,55 Prozent, bei den öffentlich-rechtlichen jedoch sank sie von 19,45 auf 18,21 Prozent. Unter den 15 ARD-Sendern sank die Quote von 68,06 auf 57,53 Prozent.

Im Unterschied dazu fällt das Airplay deutschsprachiger Titel sehr viel stärker aus: Bei den ARD-Anstalten steigerte sich der Anteil von 7,3 auf 9,1 Prozent, bei den Privaten sogar von 6,3 auf 9,7 Prozent. Bei den konservativen öffentlich-rechtlichen Sendern sank der Anteil hingegen von 62,6 auf 57,1 Prozent.

Womit man wieder beim Ausgangsproblem wäre: Unterschieden wird zwischen deutschen Produktionen und deutschsprachiger Musik. Die Selbstverpflichtung wurde nicht eingehalten, so werden Rot-Grün bald argumentieren und die Quote kommt, so könnte man blauäugig behaupten. Man sollte meinen, dass dann einiges anders würde. Allerdings wird auch dann nicht zwischen qualitativ guter und – sagen wir mal – "Naja"-Produktionen unterschieden. Denn mit letzteren ist ein Radioprogramm noch lange kein Gutes. Außerdem gibt es scheinbar alternative Radiosender, die tatsächlich gehört werden (Leserpoll, ik hör dir trapsen). Und wieso dann eigentlich beim Radio bleiben? Ist es im Musikfernsehen anders? Wohl kaum, allerdings gelten hier andere Interessen und scheinbar auch Regeln. So bleibt es auch heute wieder dahingestellt, ob den MTV-Zuschauern bzw. der "deutschen" "Popkultur" damit geholfen ist, dass MTV am heutigen Aschermittwoch den "Usher-Mittwoch" ausruft (der übrigens auch von Radio NRJ co-präsentiert wird, soviel zur Quote) und ein TRL-Special zum momentan "Best-Selling Artist" aus den USA sendet. Fraglich allerdings auch, ob in diesem Zusammenhang auch über Usher’s angebliches Sexgelage berichtet wird.

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