New Idea Society

Der Bandname träumerisch, der Albumtitel eine Erkenntnis der gemischten Gefühle: Die zweite LP »The World Is Bright and Lonely« der Band New Idea Society klingt so, wie es der Widerspruch zwischen »bright« und »lonely« vermuten lässt. Hier werden selbstbewusste Songs mit melancholischen Texten gefüllt und die Einsamkeit mit kurzen Kicks jugendlichen Überschwangs betäubt. All das vertont hervorragend den um sich greifenden Individualismus der Jugend, der zwar erheiternde Freiheiten schenkt, aber eben auch einsam macht. Unterm Strich überwiegt bei den New Yorkern der Zweifel: »All I need is a way through / All I need is a second grace«, bettelt Sänger Mike Law in »Single Thread«, einem der stärksten Songs des Albums. Offensichtlichste Referenz sind Bright Eyes und insbesondere der zittrige Gesang Conor Obersts, was aber nicht bedeutet, dass New Idea Society ein bloßes Plagiat abliefern. Sie haben schon in früheren Projekten bewiesen, dass sie ihren eigenen Kopf haben: Law – der Songwriter und Kern der vielköpfigen Gruppe – erlangte bereits Bekanntheit durch seine Hardcore-Band Eulcid. Seit dem 2005er NIS-Debüt »You Are Awake Or Asleep« ist auch Cave In-Frontmann Stephen Brodsky dabei, dessen stadionaffine Hormonrock-Vergangenheit sich mit dem entblößt-verletzlichen Stil Laws auf wundersame Weise zu weichen Folkharmonien zusammenschraubt. Für Brodsky also ein klarer Schritt nach vorne. Ihm dürfte auch die Produktionstechnik in DIY-mäßiger Lo-Fi-Manier neu gewesen sein. Der verantwortliche Andrew Schneider steckte die Band in einen Raum, drückte den Record-Button und ging Kaffee trinken. Auch auf Overdubs wurde bewusst verzichtet, schließlich wollte man ein Gefühl einfangen, keinen MTV Award gewinnen.

LABEL: Exotic Fever Records

VERTRIEB:

VÖ: 07.09.2007

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