Düster, wild, romantisch

Ein abgedunkeltes Hotelzimmer in Paris, ein Pärchen im Alkohol- und Drogenrausch zwischen Tattoosession und körperlicher Leidenschaft, die Zeit verstreicht langsam. Zwei Zimmer weiter räkelt der Überdandy und Pulp-Sänger Jarvis Cocker im Lehnsessel, tanzt durch sein Zimmer, stößt Mobiliar um und zieht genüsslich an der Zigarette.

    Für die schmissige Disco-Nummer »Synchronize« des französischen Duos Discodeine, hinter dem die beiden Produzenten Pilooski und Pentile stehen, singt Jarvis Cocker über die Synchonisierung von Herz und Verstand, über Liebe und Begehren, aber auch über Verlust. Regisseur JF Julian, der zuvor bereits Leute wie Horace Andy und den Kriegsreporter Patrick Chauvel vor der Linse hatte, übertrug die Geschichte in einen düsteren, wilden, romantischen Clip über wilde Übernachtungen im Hotel.

    Discodeine sind zuvor schon durch einen Remix der Yelle-Single »La Musique« aufgefallen, haben ihre Single »Synchronize« im Dezember letzen Jahres als 12"-Vinyl veröffentlicht und lassen der nun das selbstbetitelte Debütalbum folgen, es erscheint schon am 25. Februar auf Pschent bzw. Dirty Records. Weitere Gastauftritte neben Jarvis Cocker sind von Ian Durys Sohn Baxter Dury sowie dem Cómeme-Chef Matias Aguayo zu hören, erste Albumtracks kann man schon streamen. Discodeine, das fühlt sich gerade an, wie die Disco-Pop-Startposition von Aeroplane 2010.

    Und nur am Rande: Pulp-Reunion 2011. Aber dazu an anderer Stelle mal mehr.

 


VIDEO: Discodeine – Synchronize feat. Jarvis Cocker


STREAM: Yelle – La Musique (Discodeine Remix)


STREAM: Discodeine – Singular feat. Matias Aguayo

Discodeine – Discodeine:
01. Singular feat. Matias Aguayo
02. Falkenberg
03. D-A feat. Baxter Dury
04. Antiphonie
05. Ring Mutilation
06. Depression Skint
07. Grace
08. Homo-Compatible
09. Relaps
10. Invert
11. Synchronize feat. Jarvis Cocker
12. Figures in a Soundscape

1 KOMMENTAR

  1. Ist die Auszeichnung „schmissige Disco-Nummer“ für eine schmierig und billig inszenierte Nummer in einer französischen Fixerstube mit langweiliger Mucke, langweiligen Darstellern und einem scheinbar unter Anorexie singenden Pseudodandy euphemistisch gemeint oder Ausdruck schwul-diplomatischer Diktion?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.