Den gern besuchten, legendären Plätzen, den heimischen Gefilden oder Herkunftsorten wurde in der Geschichte der Popmusik immer wieder gerne ein Denkmal gesetzt.
Ob Song- oder Albumtitel, Straßen ( Beatles "Abbey Road"), Städte ( Lou Reed "Berlin", Frank Sinatra "New York, New York") oder eher gastronomische Etablissements (äh, Eagles "Hotel California"? Peter Alexander…) – eine kleine topographische Reminiszenz hat noch keinem geschadet. Dass auch die zwar inhaltlich umstrittene aber immerhin sauberühmte Kelly Family bei der Titulierung ihres neuen Albums der dritten Kategorie folgend vorgegangen sind, wäre uns hier in Kölns angesagtestem und schönstem Stadtviertel so gar nicht aufgefallen, hätten die Kellys nicht tatächlich den nicht weniger sauberühmten andalusischen Knoblauchtempel "La Patata" von hier umme Ecke dafür ausgewählt. Dieses heimelige Hier-kocht-noch-die-Mama-Restaurant zeichnet sich vor allem durch die delikate Zubereitung tischgroßer Platten voll marinen Getiers mit viel Fangarmen und Saugnäpfen aus, welche ob der Hinzugabe von jegliche EU-Grenzwerte missachtenden Aioli-Töpfen vor allem von zweisamen Gesellschaften geschätzt werden, da man sich nach deren Verzehr jegliche Partnersuche in den umliegenden Cocktailbars getrost sparen kann. Gleiches gilt denn wohl auch für inzestuöse Großfamilien, denen der ein oder andere Körpergeruch irgendwann dann auch mal egal wird. Tatsächlich ward ich selbst schon einmal zufällig vorbeistreifender Augenzeuge eines Kelly-Besuchs im "La Patata", und als eingefleischter Suedstadt-Bewohner freut mich diese Würdigung ganz ausserordentlich, auch wenn meiner ersten eigenen Ilja Rogoff -Gedächtnis-Vergiftung kein zweiter Besuch jemals folgen sollte. "La Patata" ist übrigens auf Platz 3 der deutschen Album-Charts eingestiegen. Wir warten nun auf Zugaufspringende Nachahmer wie "Suedstadt-Grill", "Fiffi Bar" oder "Chlodwig-Eck".