Im Konflikt mit sich selbst

Panda Bear Noah Lennox Album TomboySchon im Juli vergangenen Jahres begann Noah Lennox, sein neues Album »Tomboy« peu à peu vorzustellen. Im 7"-Vinyl-Format veröffentlichte der unter dem Namen Panda Bear besser bekannte Musiker von Animal Collective insgesamt sechs neue Solo-Stücke, die auf verschiedenen Labels erschienenen Platten wurden jeweils in limitierter Auflage herausgegeben. Nun folgt noch eine letzte Single, bevor im April das vierte Panda-Bear-Album erhältlich ist.

    Auf dem Kölner Label Kompakt wird die noch unbetitelte Single erscheinen. Ob es sich dabei wie bei den Veröffentlichungen auf Paw Tracks, Domino und Fat Cat Records aber um ein 7"-Vinyl handeln wird, ist ebenso unklar wie das Release-Datum – von Kompakt gibt es dazu bisher keinen Kommentar. Gänzlich ungewöhnlich ist dieser Schritt nun nicht: Noah Lennox kooperierte mehrmals mit dem Hamburger Techno-Produzenten Pantha du Prince, das letzte Album Lennox’ Band Animal Collective »Merriweather Post Pavillion« zeigte sich deutlich von Techno inspiriert.

    Ein konkreter Termin für den »Person Pitch«-Nachfolger steht hingegen: »Tomboy« wird am 18. April auf Lennox’ eigenem Label Paw Tracks erscheinen, neben den bereits bekannten Songs werden darauf zusätzliche Stücke enthalten sein, die allesamt in Lennox’ Heimat Lissabon aufgenommen wurden, für das Album allerdings neu abgemischt werden. Derweil macht in den Animal-Collective-Fanforen ein Skate-Video die Runde, das mit dem ebenfalls neuen Stück »Atiba Song« von Noah Lennox unterlegt ist, allerdings nicht auf »Tomboy« enthalten sein wird. Bessere Eindrücke des schleifend-schnaufenden Panda-Bear-Sounds vermitteln da schon die Hörproben der sechs bereits erschienenen Songs, die man im Folgenden streamen kann.

   Mit dem Titel »Tomboy« bezieht sich Lennox auf das soziale Modell des »Wildfangs«, den Auftritt von Mädchen in typisch männlichen Verhaltens- und Kleidungsmustern (um die Gender Studies an dieser Stelle stark abzukürzen). »Ich habe über das letzte Jahr sicherlich ein nicht immer schönes oder einfaches Gedankenfeld durchquert, aber das war eher ein positiver Reizerreger als alles andere«, erklärte Lennox in der Pressemitteilung zum Album. »Viele der Stücke beschäftigen sich mit Dingen, die Konflikt mit sich selbst stehen. Daher war das Bild des ›Tomboys‹ das übergreifende Motiv der Gruppe an Songs. (Mit ›Tomboy‹) durchlebe ich sicherlich meine Junior-High-Schulzeit und das R&B-Radio, von dem wir früher zehrten.«

    Ein R&B-Album hat Lennox nun aber auch wieder nicht geschrieben: »Die Arbeit an den Singles half mir, mich auf die einzelnen Songs zu fokussieren und dem Gesamtprozess zu folgen. Ich war die strengen Parameter bei der Benutzung von Samplern leid. Über Nirvana und die White Stripes nachzudenken brachte mich auf die Idee, etwas mit einem stärkeren Fokus auf Gitarren und Rhythmen zu machen.« Es wird interessant sein, die bisher bekannten Stücke im April in neuem Zusammenspiel mit weiteren Songs in Albumform zu hören.

   Und eine andere Meldung in diesem Zusammenhang: Animal Collective kuratieren die Mai-Ausgabe der All Tomorrow’s Parties, bestätigt sind u.a. Big Boi (Outkast), Gang Gang Dance, Terry Riley, Lee Scratch Perry, Black Dice, Meat Puppets, Omar-S und Atlas Sound.

 


STREAM: Panda Bear – Tomboy / Slow Motion


STREAM: Panda Bear – You Can Count On Me


STREAM: Panda Bear – Aslatian Darn


STREAM: Panda Bear – Last Night at the Jetty
STREAM: Panda Bear – Drone (Live at Primavera Sound 2010)


VIDEO: Atiba Evans Panasonic GH2 Skate

Abbildung: © Maureen Gubia

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