DJFoundationCoverDer Legende nach ist der Betreiber der DJ Foundation ein gewisser Ali, ein Musiker aus Mosul im Irak. So steht’s auf seiner MySpace-Seite. »God Is Dead« heißt der erste Titel in seinem Profil, der mit gebetsartigen arabischen Gesängen einen aus den Siebzigern gesampleten Shuffl e-Beat einleitet, über den sich ein groovender Teppich aus dubbiger Elektronik, minimalistischer Glam-Gitarre mit Porno-Versatzstücken breitet. Cheepo-Trash an der Schnittstelle zwischen Porno und Weltkrieg gegen den Terror.
    Ein riskantes Spiel, handelt es sich doch um eine Kunst zwischen den Stühlen, die Islam und Bible-Belt gleichermaßen brüskiert. Statements wie diese können heutzutage lebensgefährlich werden, nicht bloß im Irak. Als barockes Vexierbild prangt der tote, der gekreuzigte Gott selbst auf dem Cover der gleichnamigen Vinyl-Single, die bei Metal Postcard in Brooklyn erschienen ist. Das zweite Stück auf der Seite, »I Shot You Babe«, beruht auf einem Sonny&Cher-Sample, über das Schusswechsel, Synthie-Wahn und Irak-Nachrichtenversatzstücke zu schräg rockendem, sarkastischem Retro verschmelzen.
    Sein New Yorker Label behauptet auf die nahe liegende Frage, ob es sich bei Ali um einen MySpace-Hoax handele: »Alles echt.« Und erzählt wie zur Begründung von wechselnden E-Mail-Adressen, über die der Künstler alle paar Wochen mit Brooklyn Kontakt aufnimmt, um seine Identität zu schützen. Jede mediale Stellungnahme lehnte der Künstler bisher ab.