Musik zur Zeit von Max Dax

musikzurzeit_maxdax2In unserer Rubrik »Musik zur Zeit« schreiben Musiker, Schriftsteller, bildende Künstler, Spex-Redakteure und -Autoren über ihre derzeit liebsten Musiken. Spex-Chefredakteur Max Dax braut tagtäglich den Arabica auf der Faema E-61.

Primal Scream: »Shoot Speed / Kill Light«
von der Neu!-Compilation »Brand Neu!« (2009)

Wer sich jemals fragte, weshalb »Shoot Speed / Kill Light« von ihrem 2000er Album »XTRMNTR« so genial hypnotisch klang, dem fällt es spätestens jetzt wie Schuppen von den Augen: Primal Scream stehen nun mal auf Krautrock, nicht nur auf Can (siehe »Kowalski« von 1997), sondern auch auf Neu!. Auf der Compilation »Brand Neu!« sind Tracks von LCD Soundsystem, Oasis, Ciccone Youth, Kasabian, aber auch von LA Düsseldorf und Michael Rother versammelt. Sie alle eint, dass sie im Takt der Repetition pulsieren.

Moritz von Oswald Trio: »Pattern 2«
von dem Album »Vertical Ascent« (2009)

Da dubstept der Bär: Wenn Neu! in den Siebzigern ganz weit vorne waren, so ist es dieser Tage Moritz von Oswald. »Pattern 2« ist eine ebenso von Einstürzende Neubauten (siehe »Armenia«, 1981) wie von der Soundästhetik moderner Bass-Architekturen informierte 13-Minuten-Super-Slow-Motion-Instrumentalnummer von irritierender struktureller Strenge. Reduktion, die zu keinem Moment unvollständig wirkt. Marc Brandenburg gestaltete die Labels von CD und Vinyl.

Grand Panda feat. Dawn: »Ballad of a Thin Man«
von der Dylan-Compilation »Dylan Mania« (2009)

Eine überraschend minimalistische und doch sehr moody Coverversion des Dylan-Klassikers. Der Gesang von Dawn erinnert an den von Martina Topley-Bird; auch das Arrangement von Trickys »Aftermath« hallt nach. Aber bei aller versuchten Überwindung alter Thin-Wild-Mercury-Sound-Trampelpfade – die Originalmelodie bleibt unangerührt. Haunting!

Sonic Youth: »Malibu Gas Station«
von dem Album »The Eternal« (2009)

Wie Mosaiksteinchen fügt sich der Sound von Sonic Youth zu einer Kakophonie des Altbekannten – wären da nicht einige wenige überraschende Akkordwechsel, die diesem von Kim Gordon gesungenen Upbeat-Melancholie-Schmachtfetzen eine ungewohnte harmonische Kadenz bescheren.

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