Globus – Day Music (Staatsakt / Zebralution)

Wisst ihr noch, Dance Punk? PTTRNS? Klingelt da was? Globus sind zwei von denen (Sonja Deffner und Patrick Hohlweck) und ihr Pressetext benutzt sehr große Worte (Erde, Technologie, Artifizialität), aber die Musik klingt nach Mort Garson (undancig, unpunkig, dafür einfach nur sweet). Regentropfen-Synthie-Genudel im Kassettenformat zum Immer-in-der-Manteltasche-Mitführen.

Reinhören: „Das Geschenk

Luis Ake – Bitte lass mich frei (Mansions & Millions)

Fun fact: Wenn Corbin (fka Spooky Black, fka Lil Spook) jetzt deutschsprachigen Schlager mit Achtziger-Touch zwischen NDW und Italo machen würde, hieße er Luis Ake und käme aus Stuttgart. Bitte lass mich frei ist angeblich ein Trennungsalbum, vielleicht aber ist daran auch alles ausgedacht. Das Falsett allerdings ist sehr, sehr echt und die Effekte sind es auch. Wirkt!

Reinschauen: „Schillerndes Mädchen

Pink Shabab – Ema By the Sea (Karaoke Kalk / Indigo)

Auch Joseph Carvell bewegt sich mit seinem Debütalbum als Pink Shabab irgendwo zwischen Fistelstimmchenfunk und Depri-Disco mit Zuckerrand. Ema By The Sea legt sich nicht nur in Sachen Covergestaltung mit Becks neuer Platte an, sondern könnte dem gleich noch ein paar wichtige Lektionen in Sachen Bassline-Boogie geben. Bittersüß-sommerlicher wird’s Ende November schlicht nicht mehr.

Reinschauen: „Last Of The Boys (feat. Nina Savary)

Royal Trux – Quantum Entanglement (Fat Possum)

Heute in der Kategorie „Die gibt’s noch?“, Schublade Jein: Royal Trux taten sich schon 2015 wieder zusammen, schmissen 2017 ein Livealbum und Anfang des Jahres eine neue Platte in den Ring und klingen darauf noch immer so wie … naja, immer halt. Mit und auf Quantum Entanglement umso mehr, weil die neue reformierte Noise-Rotz-Band darauf zum Black Friday nur autodiskografische Nabelschau betreibt. Alle Hits aus drei Dekaden Royal Trux für all jene, die’s bisher verpasst haben.

Reinhören: „I’m Ready

The Chap – Digital Technology (Staatsakt / Universal)

Nachdem DJ Shadow letztens mit Our Pathetic Age die definitive oldmanyellsatcloud.jpg-Platte hinlegte, machen sich The Chap zum Glück an Diskursaufdröselung und klingen dabei allemal abwechslungsreicher und frischer als der letzte Rant über „Smartphones und so“. Frickel-Art-Pop-Disco-Techno-Dauerfeuer voll von mitgrölbaren Hooks und smarten Widerhaken. Geht doch!

Reinschauen: „Pea Shore