Kajsa Lindgren – Everyone Is Here (Warm Winters Ltd.)

Skizzenhafter Ambient mit Field Recordings und viel Geknister in zwanzigfacher Ausgabe: Die Schwedin Kajsa Lindgren hat sich für Everyone Is Here durch die Archive ihrer Familie gegraben und kam mit einer schwerelos-unbeschwerten Platte zurück, die nach guter Kinderstube riecht, schmeckt und klingt.

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Lights Fluorescent – The Oldest Sons of the Oldest Sons (Kingdoms / Rough Trade)

À propos Kinderstube: The Oldest Sons Of The Oldest Sons heißt das Debüt von Lights Fluorescent. Zwar liest sich das zuerst wie eine Iron-Maiden-Referenz, mit Hairspray-Splatter-NWOBHM hat die Musik des Duos allerdings reichlich wenig zu tun. Wer dabei ist? Dave Harrington! Erinnert sich noch jemand an Darkside? Genau. Der schreibt mit Benjamin Jay zusammen Songs, die manchmal Sigur Rós in Boxershorts und noch häufiger Hypnagogic Pop und Folktronica anklingen lässt. Erinnert sich da noch jemand dran? Genau.

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TNGHT – II (Warp / Rough Trade)

Auch schon wieder sieben Jahre (!) her, dass Hudson Mohawke und Lunice ihre konsonantenbefreiten Blubber-Beat-Bricolagen erstmals auf die Welt losließen. II ist nur dem Titel nach das reine Understatement, denn über sieben Tracks wird hier weiterhin der Fun-Imperativ fett und in Versalien geschrieben. TNGHT SND ZRCK!

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WaqWaq Kingdom – Essaka Hoisa (Phantom Limb / Rough Trade)

Falls sich HudMo und Lunice dann noch auf Tour begeben sollten, bieten sich WaqWaq Kingdom gleich als bestmöglicher hype act an. DJ Scotch Egg und Kiki Hitomi formulieren mit Essaka Hoisa eine zehnteilige Booty-Shaking-Anleitung aus, die als Durchhalteparole verstanden werden soll. Schwitzige Musik aus dem Bermuda-Dreieck zwischen Fourth-World-Riddims, Hardcore-Dubstep und Gabber-Balladen. Klingt als hätten wir uns das ausgedacht, wa? Aber nee, das waren schon die selbst.

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Ziúr – ATØ (Planet Mu / Cargo)

Auch Ziúr hat sich in den letzten Jahren als verlässliche Produzentin für die unwahrscheinlicheren Ecken des Dancefloors erwiesen. Auf ihrem zweiten Album ATØ regelt sie Tempo und Bassfrequenzen zwar runter, die soziopolitischen Ansprüche indes hoch: ATØ sei all jenen gewidmet, die von dieser Welt nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt und stattdessen ausgegrenzt werden. Pop im allerbesten Sinne also, auch wenn es nicht (immer) so klingt.

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