City At Dark – City At Dark (Snowhite / Rough Trade)

Berliner Düster-Punk, das klingt zunächst nach einer Drohung und das ist es irgendwie auch. Bis vor Kurzem hießen City At Dark noch Rán, was vielleicht nur bedingt cleverer war, das Langstreckendebüt von Laura Landergott und Yair Karelic kann sich dann aber doch wieder bestens sehen und hören lassen. Ein paar Spritzer Bier, eine Handvoll selbstgedrehte und Lederjacke aber bitte nicht vergessen. Klischeebingo fällt hier noch in die Kategorie Extremsportarten.

Reinschauen: „One By One

Clams Casino – Moon Trip Radio (Clams Casino)

Klar, wir hätten hier auch auf das neue Album von Yung Hurn hinweisen können, aber da Clams Casino das Ding ohne Frage erfunden und nebenbei immer verlässlich die Fresse gehalten hat, darf der Cloud-Rap-Beatmaker Nummer Eins nicht fehlen. Kaum jemand hat das Jahrzehnt im Rap-Game dermaßen geprägt umso schöner also, dass er am Ende nochmal von sich hören lässt. Darauf ein, zwei Schlückchen Codein!

Reinhören: „Rune

Hiro Kone – A Fossil Begins To Bray (Dais)

Hiro Kone arbeitet in ihrer Musik gerne mit Absenzen und was genau das heißt, wissen vermutlich nur die Leute, welche die Pressetextprosa für A Fossil Begins To Bray geschrieben haben. Überbau hin oder her, im Unterboden wird entschlackter Techno mit dem kleinen Schuss Post-Coil-Psychedelik geboten, wie ihn alle Techno-Gruftis mit Atonal-Abo nie satt haben. Dieser Platte fehlt es also an herzlich wenig.

Reinhören: „A Fossil Begins To Bray

Moor Mother – Analog Fluids Of Sonic Black Holes (Don Giovanni / H’Art)

Wir tun nicht so, als kämen wir noch mit dem massiven Release-Flow von Camae Ayewa hinterher. Und erst recht behaupten wir nicht, wir hätten ihr viertes Album als Moor Mother bereits vorab zur Gänze hören können. Aber die ersten drei Teaser bewiesen schon, dass die Nummer im Gesamten ziemlich geil wird. Techno mit Jungle-Breaks, Spoken Word über Klapper-Industrial oder filigranem Ambient: Da kommen andere im Laufe einer ganzen Karriere nicht drauf.

Reinhören: „After Images

Steven Warwick – Moi (PAN)

Musst du auch erstmal bringen: Angekleidet sein wie Michel aus Lönneberger, die neue Platte Moi nennen und dann noch per Hype-Sticker mit „Delicious Content“ werben oder besser gesagt davor warnen. Doch wie klingt sie nun, die neue Steven Warwick? Nach dem blubbernden Trickster-House, den er zuvor unter dem Namen Heatsick produziert hat, und Artsy-Fartsy-Konzeptclubmusik, die hier mal Eurodance, dort mal SND und nebenbei noch Speed Garage anzitiert. Musst du auch erstmal bringen können.

Reinhören: „Open Fire Hydrant