Bufiman – Albumsi (Dekmantel)

„Welcome to the galaxy“, komm’se rinn, schaun’se raus! Jan Schulte alias Wolf Müller alias Bufiman legt endlich Weirdo-Grooves in Albumlänge vor und wird damit sicherlich nicht den Preis für den Titel des Jahres absahnen, aber was soll’s: Bessere Blödel-Basslines, Sentimentalo-Vocals und schubbernde Rhythmen finden sich diesseits von Düsseldorf jedenfalls nicht.

Reinhören: „Albumsi (Sampler)

El Wali – Tiris (Sahel Sounds)

Die Gitarre gniedelt, die Synthesizer strudeln, die Vocals umschmiegen einander wie eine wärmende Bettdecke den Nierenbereich – und erzählen doch politische Geschichten der Fronte Polisario. Das also ist elektrifizierter Sahrawi-Folk. El Wali schrieben in den Neunzigern am Soundtrack für die sozialistische Bewegung der Westsahara mit und nebenbei auch noch unglaubliche Hits. Sahel Sounds und Badawi Archives haben die damals in Belgien aufgenommene Platte ausgegraben und legen sie nun neu auf.

Reinhören: „The People of El Aaiún

Lucid Grain – Sustain & Release (Modularfield)

Zugegeben, auch Martha Bahr und Anatol Locker gewinnen für die Betitelung ihres zweiten Albums unter dem Moniker Lucid Grain keinen Blumentopf für ausgesprochene Kreativität, ihre modulare Plinker-Plonker-Electronica zwischen ISAN-Vibes und Ulrich-Schnauss-Atmo allerdings rettet noch jeden verregneten Sonntagmorgen. Hell, freundlich und aufgeräumt wie ein Möbelkatalog.

Reinhören: „Paradigms

Magda Drozd – Songs for Plants (Präsens Editionen)

Hat hier jemand Blumentopf gesagt? Das ist das Lieblingsinstrument von Magda Drozd. Oder so ähnlich. Songs For Plants wurde nicht nur für unsere liebsten Dekorationsobjekte-gone-Seelsorger_innen geschrieben, sondern auch mit ihnen: Auf einigen dieser Stücke sind auch Zimmerpflanzen, genauer gesagt Kakteen zu hören. Liest sich zwar wie die nächste Mort-Garson-Neuauflage, klingt aber besser und ist vor allem als Persiflage auf überkandidelte Klangkonzepte zu verstehen, die … na komm’ schon, Bart, sag den Satz!

Reinhören: „Painkiller

Speaker Music – Of Desire, Longing (Planet Mu)

Aber gut, überkandidelt kann auch geil sein. DeForrest Brown Jr. beispielsweise arbeitet sich unter dem Namen Speaker Music an Henri Lefebvres Éléments de rythmanalyse und Kodwo Eshuns Begriff des Chronopolitischen in black music ab. Wie’s klingt? Schwer zu beschreiben. Nicht aber, weil zum Hören ein Grundstudium in Sonic Fiction notwendig wäre, sondern weil die jeweils rund 23 Minuten langen Stücke das Gefühl von räumlichen Überlagerungen vermitteln, anstatt dezidiert musikalische Strukturen auszubreiten. So eben kann Ambient auch gemeint sein.

Reinschauen: „a finesse