Aleksi Perälä – Resonance (Trip)

Aleksi Perälä hat sich schon vor langer Zeit vom westlichem Oktavsystem verabschiedet. Der Finne macht Musik auf Basis der Colundi-Sequenz. Was das wiederum ist und welche verkifften und verschwörungstheoretischen Menschen es anzieht, ist eine andere Story. Hier soll es zuvorderst ums Resultat gehen: Resonance ist Techno, so überdreht und farbenfroh, dass stellenweise die Hochzeiten von Aphex Twin oder aber ein Bilderstürmer wie Stanislav Tolkachev im Vergleich arschfahl klingen. Auch ‘ne Leistung.

Reinhören: „UKMH51900048

Beck – Hyperspace (Capitol)

Scheiße, Beck macht jetzt Vaporwave! Oder sowas Ähnliches. Das (ungefähr) viertausendzweihundertdreiundfünfzigste Album des Kaliforniers ist vielleicht auch einfach ein Bewerbungsschreiben für den Soundtrack der nächsten Thomas-Pynchon-Verfilmung. Oder eben doch das Eingeständnis, dass es mit mittlerweile schon 50 Jahren schon okay ist, in den achtziger Jahren hängengeblieben zu sein. Immerhin: Zwischen Autotune-Einsatz und Goo-Goo-Dolls-Breitbandgeschrammel ist da noch jede Menge Songwriting hörbar. Beck: kann’s noch.

Reinschauen: „Uneventful Days

Ben Frost – Catastrophic Deliquescence (Music from Fortitude 2015 – 2018) (Mute / Rough Trade)

Ben Frost hingegen schaufelt seine Arbeiten fürs Fernsehen gleich als massives Doppelpack in den Äther. Gefragt hat danach natürlich: niemand. Mit Catastrophic Deliquescence (Music From Fortitude 2015 – 2018) sowie seiner Dröhn-Dräu-Drone-Musik für die deutsche Netflix-Zeitreisenschnitzeljagd Dark als Hintergrundmusik ließe sich noch jeder Abwasch zur existentiellen Angelegenheit hochjazzen. Fürs Geschirr zumindest wäre nur ein Polterabend lebensbedrohlicher.

Reinhören: „Catastrophic Deliquescence

Contagious – Contagious (Morphine)

Contagious setzen sich aus Andrea Neumann, Sabine Erkelentz sowie Mieko Suzuki zusammen und sind damit weitaus weniger auf der Effekthascherseite des Lebens angesiedelt als Kollege Frost. Ihr Debüt für Rabih Beainis Label Morphine verhält sich zu musikalischen Wandtapeten wie eine Nagelwalze zu Raufaser: Hier wird von Jazz über Industrial bis zu Neuer Musik alles ordentlich gegen den Strich gebügelt, bis es die sonderbarsten und – aufgepasst, Frost – wirklich unheimlichsten Formen annimmt.

Reinhören: „Bluebanded Goby

Jaakko Eino Kalevi – Dissolution (Domino / Goodtogo)

Wir geben Jaakko Eino Kalevi noch zwei Jahre, bis er a) keine Fragen zu seiner Tramfahrervergangenheit mehr hören muss, b) beim nächsten Romano-Lookalike-Contest den Hauptpreis (Metalkutte, ungewaschen) abstaubt und c) Tame Impala und andere musikalische Billy-Regale des Psych-Kosmos auf die hintersten Plätze verweist. Bis dahin ist Dissolution ein Album wie eine Herbstjacke: Für den Übergang ideal. Unser Tipp fürs nächste Mal: Lass dir einen Bart wachsen und den inneren Robert Wyatt endlich raus, Jaakko!

Reinschauen: „Dissolution