Musik von morgen: Album-Prelistening & Video-Premiere The Polyversal Souls Invisible Joy

James Last ist von uns gegangen. Aber den Big-Band-Freuden tut das keinen Abbruch: Auf Invisible Joy, dem Debütalbum der Berliner Afro-Beat-Jazz-Funk-Kapelle The Polyversal Souls, ist zu hören, wie der Happy Sound der Zukunft klingen könnte.

Unity war gestern. Noch heute bricht das Zeitalter der Polyversalen an. Vordenker dieser neuen Bewegung ist der aus München stammende Schlagzeuger und Vibrafonist Max Weissenfeldt, der mit der Funk-Band The Poets Of Rhythm seit Jahren die Welt bereist.

Nach Stationen in Myanmar, London und Nashville, wo Weissenfeldt mit Dan Auerbach für Lana Del Rey arbeitete, zog es ihn seit 2010 wiederholt ins westafrikanische Ghana. Die Verbindungen, die er zur dortigen Musikszene aufbaute, führten zur Gründung des Labels Philophon, das seit 2013 hauptsächlich 7-Inches lokaler Künstler veröffentlicht.

The Polyversal Souls sind für Philophon, was die Dap-Kings für Daptone sind oder Booker T. & the M.G.’s für Stax Records: die Hausband des Labels. Ihr intergalaktischer Schutzheiliger heißt Sun Ra, das Souljazz Orchestra und Jaga Jazzist sind Seelenverwandte in ihrem Uni-, Pardon: Polyversum.

Invisible Joy, das in Berlin eingespielte Debütalbum der Band, gibt es nun hier in voller Länge vorab zu hören, und natürlich klingt es: poly. Mit dabei sind unter anderem der MC Afrika Baby Bam von den Jungle Brothers, der äthiopische Keyboarder Hailu Mergia oder der im Video zu »Momaminka« zu sehende Jimmy Taylor alias Roy X, Sohn des ghanaischen Highlife-Gitarristen Ebo Taylor.

Letztendlich huldigen The Polyversal Souls dann doch lieber Duke Ellington als James Last, aber happy ist dieser Sound allemal. Musik kann man nicht sehen, heißt es im Titelstück. Man muss sie fühlen, dann macht sie große Freude.

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